Stand: 20.03.2020 06:49 Uhr

So wollen Supermärkte ihre Mitarbeiter schützen

Vor der Kasse bei Famila in Kiel-Wik sind große Quadrate auf dem Boden aufgeklebt. Die sollen die Leute an den Abstand erinnern. In jedem dieser Quadrate sollte eigentlich nur ein Kunde stehen. Viele halten sich dran - einige auch nicht. Anja Rüther ist die Filialleiterin und stellt fest: "Die Stimmung unter den Leuten ist noch positiv. Ein bisschen nervös vielleicht. Die meisten nehmen Rücksicht auf uns und auf die anderen Kunden, aber es gibt auch Ausnahmen."

VIDEO: Supermärkte in SH reagieren verstärkt auf Corona-Lage (2 Min)

Schutzscheiben an den Kassen

Die Kassiererinnen sind angehalten, sich jede halbe Stunde die Hände zu waschen. Einige tragen Handschuhe. Jeder darf aber selbst entscheiden, ob er welche anzieht. Um die Mitarbeiter vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, planen Supermarktketten wie Famila, Rewe, Edeka oder Penny durchsichtige Schutzscheiben um die Kassen zu bauen. Nach und nach sollen sie flächendeckend aufgestellt werden.

Manchmal kommen Mitarbeiter nicht nach mit dem Auffüllen

Übertriebene Hamsterkäufe versuchen viele Supermärkte zu verhindern. Dennoch kommt es vor, dass hin und wieder mal was im Regal fehlt. "Tatsächlich gibt es immer wieder auch Kunden, die kein Verständnis dafür haben, dass es eine spezielle Tiefkühlpizza gerade nicht gibt oder das Brotregal relativ leer ist", berichtet Anja Rüther. "Wir kommen zum Teil einfach mit dem Auffüllen nicht hinterher." Meist gibt es dann noch was im Lager. Aber spezielle Produkte sind so schnell ausverkauft, dass Mitarbeiter nicht zum Nachfüllen kommen.

Unterstützung aus der Verwaltung

Deshalb helfen Mitarbeiter, die sonst im Büro in der Verwaltung sitzen, die Regale zu füllen. Auch Filialleiterin Rüther legt im Moment oft selbst Hand an: "Das macht durchaus auch Spaß, aber ich würde mir eine etwas entspanntere Atmosphäre wünschen. Es ist wie vor Weihnachten oder Ostern, aber noch mehr - jeden Tag", sagte sie.

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