Stand: 06.11.2017 19:55 Uhr

So wird die kleinste JVA des Landes geführt

Sie ist 36 Jahre alt, nach eigenen Angaben "nicht so zart besaitet", und sie leitet das kleinste Gefängnis in Schleswig-Holstein: Verena Serger. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Itzehoe im Kreis Steinburg werde man als Mensch "schon etwas härter", sagte sie dem Schleswig-Holstein Magazin. "Das ist ein rauer Umgangston hier." Die JVA-Leiterin hat es jedoch offenbar geschafft, einfühlsam und tough zugleich zu sein. In den Besucherraum hat sie Spielzeug legen lassen. Kinder nähmen das Gefängnis dadurch gar nicht als solches wahr, sagt sie. Die JVA sei auch für ihr gutes Essen bekannt.

Frauen wurden bis 1966 untergebracht

Während Gefängnisse wie in Neumünster oder in Lübeck über hunderte Plätze verfügen, finden in der 1876 erbauten JVA Itzehoe gerade mal 32 Häftlinge Platz - davon sind nur vier dauerhaft vergeben. Die restlichen Plätze sind Männern vorbehalten, die in Untersuchungshaft kommen. Frauen wurden nach Angaben des Landes nur bis 1966 in der JVA untergebracht.

Luxus: Wurst oder Käse zum Frühstück

In Itzehoe sitzen Mörder, Vergewaltiger oder Einbrecher ein. Leiterin Serger konfrontiert sie mit möglichst geregelten Abläufen, um sie zu resozialisieren. Wecken um 7 Uhr, Lebendkontrolle, Frühstück in der Zelle - ob es Wurst oder Käse gibt, kann jeder Häftling täglich entscheiden. Ein Luxus, bestätigt Serger, dadurch fliege aber nicht so viel aus dem Fenster.

Ein Häftling schätzt das Familiäre sehr

Ein Insasse bestätigt die verhältnismäßig guten Haftbedingungen in Itzehoe. Er sei seit zehn Monaten dort in Haft und wolle gerne bleiben - nicht verlegt werden. In Itzehoe sei es einfach familiärer als in anderen Anstalten, sagt er. "Wir gucken mal, was wir für Sie machen können", verspricht Serger im Gespräch, "für Ihre Familie ist es hier ja auch schöner."

"Das Fingerspitzengefühl ist wichtig"

Einige Fälle berührten sie auch als Leiterin, sagt Serger. Aber das dürfe man sich im Gespräch mit Häftlingen nicht anmerken lassen. "Das Fingerspitzengefühl ist wichtig." Niemand der 25 Mitarbeiter solle vergessen, mit wem man es bei den Insassen zu tun hat, sagt die JVA-Leiterin. Andererseits: Respekt ja, aber Angst sei fehl am Platz.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.11.2017 | 19:30 Uhr

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