Stand: 09.07.2020 11:44 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Seevögel-Küken ertrinken bei Sturmflut

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Hochwasser hat die Brut vieler Seevögel zerstört - auch auf der Hallig Norderoog.

Die Einheimischen an der Westküste nennen sie "Kükenflut": eine Sturmflut im Sommer, bei der die Brut der Seevögel ertrinkt. Am vergangenen Wochenende hat das Hochwasser an der nordfriesischen Küste und den Halligen die Brut Tausender Seevögel zerstört, wie der Vogelschutzverein Jordsand mitteilte. Bei Wasserständen von 0,8 bis 1,10 Meter über dem mittleren Tiedehochwasser wurden die Salzwiesen der Halligen und vieler anderer Vordeichsflächen überflutet. Sie waren die Nistplätze der Tiere. Betroffen waren Lachmöwen, Austernfischer, Seeschwalben und andere Küstenvögel, die auch ihre Nester auf dem Boden oder in kleinen Mulden bauen.

Es drohen Einbußen bei der Population

"Die Häufigkeit solcher Überflutungen ist in den vergangenen Jahren gestiegen", sagt Veit Henning, Tierökologe am Zoologischen Institut der Universität Hamburg. Wenn die Bruten in mehreren Jahren hintereinander ausfallen, drohen laut Henning erhebliche Populations-Einbußen bei den Küstenvögeln. Der Verein Jordsand will dies mit einem Projekt nun näher untersuchen. "Wir sollten beim Anstieg des Meeresspiegels nicht nur über die weit entfernten Ozeanischen Inseln diskutieren, wir haben das gleiche Problem vor der eigenen Haustür", sagt Eric Walter, Leiter der Jordsand-Regionalstelle Nordfriesland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.07.2020 | 14:00 Uhr

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