Stand: 28.06.2019 17:26 Uhr

"Sea-Watch 3": Kiel will Flüchtlinge aufnehmen

Kiel will Flüchtlinge von der "Sea-Watch 3" aufnehmen. Das Schiff der Kieler Kapitänin Carola Rackete war Mitte der Woche mit 40 Migranten in italienische Gewässer gefahren, obwohl die Regierung in Rom dieses verboten hatte. Zurzeit liegt das Schiff vor der Insel Lampedusa. "Wir haben schon ganz am Anfang dieser Krise gesagt, Kiel ist bereit, im Rahmen der gemachten Zusagen auch Flüchtlinge von der 'Sea-Watch 3' aufzunehmen", sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Der SPD-Politiker hofft, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nicht auf Zeit spielt und auf die Unterstützung anderer EU-Länder setzt. "Wir haben mittlerweile über 60 Kommunen in Deutschland, die sich zu sicheren Häfen erklärt haben und da wird man wenige Dutzend Flüchtlinge ja wohl leicht unterbringen können", erklärte Kämpfer. Allein der sichere Hafen Kiel hat 40 Plätze für Migranten angeboten, von denen derzeit nur acht belegt sind.

Seehofer geht von schneller Lösung aus

Auch Seehofer sei "sehr zuversichtlich", dass es am Wochenende eine Lösung geben werde. Neben Deutschland haben auch Portugal, Frankreich und Luxemburg Hilfe angeboten, sagte Sea-Watch-Sprecherin Giorgia Linardi. Kapitänin Rackete muss jedoch mit einem juristischen Nachspiel rechnen. Nach Sea-Watch-Angaben werden ihr von der Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent unter anderem Beihilfe zur illegalen Einwanderung und Verletzung des Seerechts vorgeworfen. Eine offizielle Bestätigung stehe aber noch aus.

Italien verlangt Garantien

Über die Verteilung der Bootsflüchtlinge streiten die EU-Länder seit Jahren. Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini verlangte nun "Garantien" von aufnahmebereiten Ländern. Vorher dürften die Menschen die "Sea-Watch 3" nicht verlassen. Außerdem kündigte er eine harte Hand Italiens an, gegen jeden, der die Gesetze gebrochen habe.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 28.06.2019 | 19:30 Uhr

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