Eine Muttersau sitzt in einem Schutzkäfig. © picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow Foto: Sebastian Gollnow

Schweinestau in SH löst sich langsam auf

Stand: 15.02.2021 12:58 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie liefen die Schlachthöfe nur mit begrenzter Kapazität. Zudem stockten die Exporte. Landwirte wurden ihre gemästeten Tiere nicht mehr los. Jetzt entspannt sich die Situation langsam.

Der sogenannte Schweinestau in Schleswig-Holstein löst sich langsam auf. Viele Schweinemäster haben in den vergangenen Wochen ihre Bestände verkauft und keine weiteren Tiere nachbestellt. Zumindest die Betriebe, die nicht selber nachzüchten, konnten so verfahren. Laut Schweinemäster Thorben Lucht aus dem Kreis Dithmarschen gab es besonders Anfang des Jahres Probleme. Schweine, die zum Schlachten angemeldet waren, wurden erst bis zu vier Wochen später abgeholt. "Das geht komplett in die Schlachtgewichte. Das heißt, man kriegt weniger ausgezahlt - und dann dreht sich die Spirale immer weiter", schildert der Dithmarscher die Situation. Nun würden angemeldete Schweine sofort abgeholt.

Vermarktungsgesellschaft: Verkauf mit Verlusten

Während die Mäster erleichtet sind, nun wieder Platz in ihren Ställen zu haben, geht die Schweinevermarktungsgesellschaft Schleswig-Holstein davon aus, dass viele Betriebe aus der Not heraus zu sehr geringen Preisen und dadurch mit großen Verlusten nach Polen und Bulgarien exportiert haben.

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Die Schlacht- und Zerlegekapazitäten der Schlachthöfe bewegen sich nach Angaben des größten deutschen Schlachtkonzerns Tönnies inzwischen fast wieder auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Spätestens Ende Mai sollte der sogenannte Schweinestau endgültig aufgelöst sein, sagte ein Tönnies-Sprecher.

Keine Kantinen, keine Bratwurststände, keine Restaurants

Wegen des Corona-Lockdowns sind den Fleischproduzenten viele Absatzmärkte weggebrochen: Kantinen wurden kaum noch beliefert, der Bratwurstverkauf bei öffentlichen Veranstaltungen viel weg, Restaurants bestellten nicht, weil sie selbst nicht öffnen dürfen. Hinzu kamen verstärkte Hygieneregeln in den Schlachthöfen und zum Teil Corona-Infektionen unter den Mitarbeitern. Deshalb war die Schlachtkapazität deutschlandweit reduziert. Zudem lies die Afrikanische Schweinepest den Export von Schweinefleisch ins Ausland stocken.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 15.02.2021 | 19:30 Uhr

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