Stand: 24.12.2017 10:36 Uhr

Schweinepest kommt näher: Gipfel geplant

In Schleswig-Holstein wächst die Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest. Die Viruserkrankung rückt von Osteuropa immer näher an Schleswig-Holstein heran. "Ein Ausbruch hätte gravierende Folgen für die Landwirtschaft", sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Kiel. Deswegen wird jetzt im Land über weitere Maßnahmen nachgedacht, um einem Ausbruch im Norden entgegenzuwirken. So soll die Jagd auf Wildschweine als Überträger der Seuche intensiviert werden.

Licht im Wald für bessere Wildschweinjagd

Das Landwirtschaftsministerium prüft dafür Änderungen im Jagdgesetz. Wälder sollen nachts für die Wildschweinjagd ausgeleuchtet werden dürfen, so die Pläne Habecks. Außerdem könnten nach Meinung des Ministers Schneisen in Maisfeldern helfen, die Jagd zu intensivieren. Von einer Abschussprämie - wie es sie in einigen andern EU-Ländern gibt - ist der Minister dagegen nicht überzeugt. Über den Abschuss der Tiere wird auch in Schleswig-Holstein schon länger gestritten.

Ausbruch für Tierhalter katastrophal

Die Afrikanische Schweinepest ist laut Ministerium für den Menschen ungefährlich, verläuft für die Tiere aber in der Regel tödlich. Ein Ausbruch in Schleswig-Holstein hätte für hiesige Tierhalter katastrophale Folgen. Schweinefleisch dürfte nicht mehr verkauft oder exportiert werden. Die Folge für die Landwirte laut Habeck: ein Milliarden-Schaden.

Schweinepest-Gipfel im Januar

Landwirtschaftsminister Habeck kündigte außerdem ein Gipfeltreffen zur Afrikanischen Schweinepest in Schleswig-Holstein an. Im Januar 2018 sollen Politik, Jäger, Verbände und Kreise das weitere Vorgehen besprechen. Im Februar - so die Planungen - könnte der Landtag die Änderungen im Jagdrecht beschließen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.12.2017 | 17:00 Uhr

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