Stand: 10.09.2020 15:42 Uhr

Schweinepest: Bauern in SH fordern Schutzmaßnahmen

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bestätigt. Das teilte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Trotzdem fordert unter anderem der Bauernverband Schleswig-Holstein vorbeugende Schutzmaßnahmen. Nach Angaben einer Sprecherin müssen die bundesweiten und grenzüberschreitenden Präventionsmaßnahmen weiter verstärkt werden. Damit solle verhindert werden, dass das Virus andere Wildschwein- oder Hausschweinbestände infiziere.

VIDEO: Afrikanische Schweinepest - erster Fall gemeldet (2 Min)

Schleswig-Holstein ist vorbereitet

Der Vizepräsident des Bauernverbandes, Dietrich Pritschau, betont allerdings, dass sich Bauern, Gemeinden und das Land gut auf die Situation vorbereitet hätten. So seien unter anderem Hygienekonzepte in den Betrieben erarbeitet und Zäune angeschafft worden. "Eine Besonderheit in Schleswig-Holstein ist, dass eine Hundestaffel ausgebildet wurde, die Schwarzwild schneller finden soll. Das macht gerade in schwer zugänglichen Waldgebieten die Suche erheblich leichter." Pritschau hofft, dass die Schweinepest in Brandenburg isoliert werden kann. Für die Schweinebauern in Schleswig Holstein sei die größte Befürchtung, dass durch eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest die Märkte zusammenbrechen.

Landwirtschaftsministerium warnt vor Panik

Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen). © NDR
Landwirtschaftsminister Albrecht (Grüne) sieht das Land gut gegen die Schweinepest gewappnet.

Die Landwirtschaftskammer betonte, dass man erst einmal nicht in Panik verfalle, auch wenn es eine angespannte Situation für die Bauern sei. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) warnt ebenfalls vor Panik und sieht Schleswig-Holstein gut gewappnet. Das Land habe sich auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet, sagte der Minister NDR Schleswig-Holstein. Auch die Verbraucher müssten sich keine Sorgen machen: "Derzeit ist kein Hinweis darauf bekannt, dass dieser Virus auf Menschen übertritt. Gleichzeitig ist es natürlich so, dass wir auch als Menschen Hygiene-Maßnahmen ergreifen sollten. Man sollte zum Beispiel keine Speisereste mit Fleisch an Haltestellen oder Rastplätzen liegen lassen." Das trage dazu bei, dass sich das Virus unter den Wildschweinen weiter verbreiten könne.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.09.2020 | 15:42 Uhr

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