Stand: 17.07.2020 21:09 Uhr

Schweinehalter vermisst Wertschätzung der Gesellschaft

Thomas und Anke Dahl sind Landwirte in Thumby (Kreis Rendsburg-Eckernförde), 600 Schweine stehen in ihrem Stall. Und die Dahls haben gerade viele Sorgen: Die Preispolitik in der Landwirtschaft, die Afrikanische Schweinepest, die neuen Regeln zur Ferkelkastration sind zum Beispiel Themen, die die Dahls umtreiben. Und seit Kurzem auch die Kritik, die an den Landwirten in Schleswig-Holstein geübt wurde.

VIDEO: Schweinebauern fühlen sich ungerecht behandelt (4 Min)

Landwirte fühlen sich nicht wertgeschätzt

Die beiden Landwirte produzieren Fleisch für eine Gesellschaft, von der sie sich nicht wertgeschätzt fühlen. Deswegen würden sie protestieren, sagen die Dahls. Einer der Auslöser sei die Aktion eines Lebensmittelmarktes im vergangenen Jahr gewesen, der Saattütchen für blütenreiche Pflanzen verteilt hat. "Da stand hinten drauf, dass die Landwirtschaft die Natur zerstört - und jetzt solle man ein paar Blümchen säen, um dagegen anzukämpfen", berichtet Anke Dahl, "das hat uns so aufgeregt, dass wir uns mit ein paar Leuten zusammengetan haben und uns überlegt haben: Da müssen wir was machen." Thomas Dahl beschäftigt auch, dass sie als Tierhalter vorverurteilt werden. "Wenn Betriebe sich anbieten, dass Schulen kommen, und wenn die Lehrer dann sagen: 'Nein, das sind Massentierhalter, da gehen wir nicht hin' - das ist schade", sagt der Bauer.

Dahl: "Wir wollen in den Dialog"

Die Demos, an denen die Dahls teilgenommen haben, hätten ihnen zwar Luft verschafft - gebracht hätten sie aber unterm Strich nichts. "Auch wir haben Fehler gemacht, dass wir die Bevölkerung nicht mitgenommen haben mit der modernen Landwirtschaft", gibt Thomas Dahl zu, "wir wollen in den Dialog."

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Schleswig-Holstein Magazin | 17.07.2020 | 19:30 Uhr

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