Schulleitungsverband begrüßt Ganztagsbetreuung in Grundschulen

Stand: 07.09.2021 17:56 Uhr

Die Ganztagsbetreuung in den Grundschulen kommt ab 2026. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Der Vorsitzende des Schulleitungsverbands Schleswig-Holstein begrüßt die Einigung, sieht aber auch Herausforderungen.

Die Verständigung auf einen Rechtsanspruch eines Ganztagsplatzes für Grundschulkinder stößt auf positives Feedback in Schleswig-Holstein. Uwe Niekiel, Vorsitzender vom Schulleitungsverband Schleswig-Holstein, freut sich über die Einigung. Die Schulen im Land seien inzwischen zwar schon relativ weit, was die Ganztagsbetreuung angehe, dennoch müssten einige Eltern ihre Kinder in weiter entfernte Einrichtungen schicken, weil es an der für sie zuständigen Schule keine Ganztagsbetreuung gebe.

Niekiel sieht auf die Schulen aber auch eine Reihe von Herausforderungen zukommen. Zum Beispiel müssten die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden: Mensa, Küche und Aufenthaltsräume für die Kinder. "Da sind die Schulträger gefordert", so Niekiel. Außerdem solle eine Ganztagsschule aus einem Guss sein. "Das heißt, der Vormittagsunterricht und die Nachmittagsangebote sollten in einem pädagogischen Konzept zusammengeführt werden." Die Kinder sollten das Gefühl bekommen, eine Schule zu besuchen, egal, ob vormittags oder nachmittags. Auch das Personalproblem müsse gelöst werden. "Nur mit Ehrenamtlern geht das nicht", so Niekiel.

Bund trägt 70 Prozent der Finanzierung

Auch Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) begrüßt den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder. "Das Ergebnis ist ein fairer Kompromiss", sagte Heinold am Dienstag in Kiel. Der Bund beteiligt sich mit bis zu 3,5 Milliarden Euro an den Investitionskosten für Ganztagsplätze. Der Finanzierungsanteil des Bundes beträgt nun 70 Prozent statt den ursprünglich vorgeschlagen 50 Prozent. Den Rest tragen die Länder. Auf Schleswig-Holstein entfallen bis zu 119 Millionen Euro der Bundesmittel.

Der Rechtsanspruch ist laut Heinold eine wichtige Weichenstellung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für den Landeshaushalt stelle der Ausbau der Ganztagsbetreuung aber einen weiteren Kraftakt dar. Der Bundestag stimmte dem Kompromiss am Dienstag zu. Jedes Kind, das in Deutschland ab dem Sommer 2026 eingeschult wird, soll in den ersten vier Schuljahren Anspruch auf einen Ganztagsplatz bekommen. Nach dem Bundestag muss noch der Bundesrat dem Vermittlungsergebnis zustimmen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.09.2021 | 17:00 Uhr

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