Stand: 05.12.2018 19:14 Uhr

Asbest-Alarm in Reinbek: Unterricht in Turnhalle

Das Schulzentrum Mühlenredder in Reinbek (Kreis Stormarn) ist überraschend geschlossen worden - wegen Asbest. Wie die Stadt mitteilte, waren im Vorwege der geplanten Sanierungsmaßnahmen in der Gemeinschaftsschule Schadstoffmessungen in zwei Klassenzimmern durchgeführt worden. Dabei wurde in einem Raum eine erhöhte Konzentration der krebserregenden Asbestfasern festgestellt, in dem anderen Raum wurde ein Wert gemessen, der sich im Grenzbereich bewegt. In allen Räumen sollen nun Messungen durchgeführt werden. 700 Schüler besuchen die Schule.

Unterricht in Container und Turnhalle

An den Türen hängen Schilder mit der Aufschrift "Betreten strengstens verboten" und an den Treppen ist ein rot-weißes Absperrband gezogen. Heute lernen einige Schüler in Containern auf dem Hof. Diese stehen schon länger bereit, weil die Räume schon vorher in der Schule knapp waren: Die Container seien relativ neu und aufgestellt worden für die Erweiterung der Schule, sagte Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer (SPD). Die fünften Klassen sind heute gar nicht da, sie sind bei einem lang geplanten Ausflug. Und andere Schüler werden in der Turnhalle betreut.

Schulzentrum Reinbek gesperrt wegen Asbest

Zum Klausurenschreiben geht's ins Rathaus

Wie es in den kommenden Tagen weiter geht, ist noch unklar. Klausuren zum Beispiel sollen in den kommenden Tagen im Rathaus in einem Sitzungssaal geschrieben werden. Außerdem, so Warmer, habe man alle anderen Schulen im Stadtgebiet aufgerufen und um Hilfe bei der Unterbringung der Schüler gebeten. Die Schulleitung habe ihm mitgeteilt, dass man die Lage im Griff habe, "aber das ist natürlich kein Dauerzustand, wir müssen das von Tag zu Tag planen", so der Bürgermeister im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord.

Asbest: Eigenschaften und Gesundheitsgefahren

Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender, feinfaseriger Minerale. Da Asbest außerordentlich hitze- und weitgehend chemikalienbeständig ist, wurde er in der Vergangenheit in vielen Produkten eingesetzt und auch im Baubereich häufig genutzt. Die Faserstruktur macht Asbest jedoch bei der Gewinnung, Verwendung und Entsorgung gefährlich. Asbest spaltet bei mechanischer Beanspruchung in eine Vielzahl sehr feiner Fasern auf. Diese können mit der Atemluft in den Körper gelangen und lebensbedrohliche Erkrankungen (Asbestose, Lungenkrebs, Mesotheliome) auslösen. Die von Asbest ausgehenden Gesundheitsgefahren führten 1995 zu einem Verbot des Inverkehrbringens (Herstellung, Vermarktung und Verwendung) von Asbestprodukten in Deutschland. Die Europäische Union beschloss 1999 einen vollständigen Ausstieg aus der Asbestverwendung. (Quelle: Umweltbundesamt)

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.12.2018 | 10:30 Uhr

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