Stand: 04.04.2019 07:25 Uhr

Schüler plante wohl Amoktat in Flensburg

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Die Polizei nahm an der Eckener Schule einen 17-Jährigen fest.

In Flensburg ist am Mittwoch ein 17-jähriger Schüler vorläufig festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, eine Amoktat an der Eckener Schule geplant zu haben. Am Dienstagabend hatte laut Polizei eine Person in einem Chat angekündigt, mehrere Menschen in der Schule töten zu wollen. "Wir sind gestern Abend um 22 Uhr informiert worden von der Polizei, dass dort ein Tatverdacht bestehen würde", sagte Schulleiter Sven Mohr am Mittwoch. Der Chatpartner aus Nordrhein-Westfalen habe sich bei der Polizei gemeldet. Daraufhin entschieden sich die Beamten zu einem Einsatz vor Schulbeginn in dem Berufsbildungszentrum mit rund 2.500 Schülern.

Vier der sechs Eingänge des Zentrums für berufliche Bildung blieben geschlossen, an den beiden anderen wurden Einlasskontrollen durchgeführt. Um kurz nach sieben Uhr habe der Schüler aus dem Kreis Schleswig-Flensburg die Tatabsicht gestanden. Bei dem festgenommenen 17-Jährigen wurden laut Polizei mehrere Messer gefunden. "Er ist eigentlich in die Polizeikontrolle hinein gelaufen. Im Nachhinein würde ich fast sagen, er wollte erwischt werden", sagte Mohr. Da der 17-Jährige sowohl den Chatverlauf bestätigt als auch Messer dabei hatte, habe nach Ansicht der Ermittler durchaus eine Tatabsicht bestanden. Inzwischen ist klar, dass der 17-Jährige offenbar persönliche Probleme hatte, die er nicht anderweitig kompensieren konnte, teilte die Polizei am Mittwochnachmittag mit. Das Bildungsministerium hat auf Nachfrage bestätigt, dass der Schüler schon einmal mit einer Gewalttat gedroht hat. Vor einiger Zeit an einer anderen Schule nahe Flensburg: Nach Informationen der "Flensborg Avis" soll er damals eine Schießerei an der Gemeinschaftsschule in Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg) angekündigt haben. Der Schüler ist nun in einer psychiatrischen Klinik.

Schulleiter: Verdächtiger war nicht auffällig

Laut Schulleiter Mohr beschreiben die Mitschüler den Verdächtigen als nicht auffällig. Er sei zwar sehr ruhig, aber in der überbetrieblichen Ausbildung kollegial. Er habe mit den Mitschülern gelacht und zusammengearbeitet.

Da die Schule erst um 7.40 Uhr beginnt, haben viele Schüler die Festnahme nicht mitbekommen. Polizei und Schulleitung war es laut Mohr ein großes Anliegen, "dass wir nicht zu große Unruhe in die Schule bringen. Wir haben extrem viele Prüfungen im Haus. Und wenn die Schüler dann Angst gehabt hätten und nicht mit einem guten Vertrauen in die Prüfung gegangen wären, das wäre schon sehr nachteilig", sagte der Schulleiter. Die Beamten waren auch nach der Festnahme noch bis zum Mittag mit Streifenwagen an der Schule präsent, führten aber keine Einlasskontrollen mehr durch.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.04.2019 | 12:00 Uhr

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