Der Hafen von Neustadt im Schneetreiben. © NDR

Schnee und Glatteis in SH trifft vor allem Autofahrer

Stand: 09.02.2021 18:14 Uhr

Schnee und Glätte sorgten auch am Dienstag in Teilen Schleswig-Holsteins für schwierige Straßenverhältnisse.

Das Winterwetter führt mit seinen eisigen Temperaturen und Neuschnee vor allem im Kreis Ostholstein und in Südholstein zu teils geschlossenen Schneedecken auf den Fahrbahnen. Auf der A1 Richtung Norden kamen die Autos zwischenzeitlich nur mit etwa 40 km/h vorwärts.

Rutschige Straßen und Fußwege

Nach Angaben der Rettungsleitstellen gab es aber nur wenige Unfälle. Wenn, dann blieb es bei Blechschäden oder leichten Verletzungen. Gefährlich sind momentan nicht nur die verschneiten Straßen. Auch bei Gehwegen befindet sich oftmals unter der Schneedecke eine Eisschicht. Rettungsdienste berichten, dass viele Menschen ausrutschen oder umknicken. Rettungsfahrzeuge wiederum kommen wegen der Straßenverhältnisse nur schwer zu ihren Einsatzorten. Anwohner in Neustadt (Kreis Ostholstein) berichten, dass sie kaum noch vor die Tür können, weil die Straßen so rutschig sind.

Nur leichte Verletzungen und Blechschäden

Der Dienstag war in vielen Teilen des Landes verschneit gestartet. So gab es bis zum Mittag 25 Zentimeter Neuschnee in Bosau, 15 in Eutin und 10 in Pönitz (Kreis Ostholstein). In einigen ländlichen Orten kamen die Räumdienste kaum hinterher. In Südholstein war am Morgen auf der B206 ein Lkw eingeschneit. Der musste aus dem Schnee befreit werden. Außerdem gab es in den Kreisen Segeberg und Pinneberg ein paar Glätteunfälle mit Blechschäden. Auf der A7 kam es zu mindestens drei Unfällen. Am frühen Dienstagmorgen war ein Weiterkommen auf der noch ungeräumten A21 bei Schneefall sehr schwierig. Im Hafen von Travemünde sank laut Polizei ein dort vertäuter Fischkutter. Vermutlich hatte der Sturm das Boot zu stark gegen die Hafenmauer gedrückt.

Probleme im Regionalverkehr

Am Dienstagmorgen kam es besonders im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein zu witterungsbedingten Verspätungen und Zugausfällen. Die Deutsche Bahn rät allen Reisenden, ihre Verbindung vor dem geplanten Fahrtantritt zu überprüfen.

Sturmflut ohne große Schäden

Die Sturmflut an der Ostseeküste hat am Montag laut Landwirtschaftsministerium keine gravierenden Schäden hinterlassen. Das Ministerium betonte aber: "Durch die langanhaltenden stark erhöhten Wasserstände ist es zu einer erhöhten Wellenbelastung an der Ostseeküste gekommen. Deshalb ist an exponierten Stellen mit Abbrüchen an Steilküsten, Dünen- und Strandwallabbrüchen sowie Strandverlusten zu rechnen."

Für die Schneefälle ist laut Meteorologen der sogenannte Lake-Effekt verantwortlich: Sturmböen bringen Feuchtigkeit von der See, die über Land als Schnee niedergeht. Dadurch lasse sich auch erklären, warum in manchen Landesteilen große Mengen abschneien und in anderen nicht - so war am Montag vor allem der Norden Schleswig-Holsteins betroffen.

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Weitere Schneeschauer bis Donnerstag

Laut Vorhersage müssen die Schleswig-Holsteiner bis Donnerstag mit weiteren Schneeschauern rechnen, während die Temperaturen weiter sinken sollen. Den Informationen des DWD nach bleibt die stabile Wetterlage mit hohem Luftdruck und dem Zufluss kalter Luft noch mindestens eine Woche bestehen.

Von Sonnabend an soll es mehr Sonnenschein geben. Experten warnen weiter davor, die zufrierenden Teiche und Seen zu betreten - das Eis könnte noch zu brüchig sein, ohne dass es so aussieht.

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Schleswig-Holstein Magazin | 09.02.2021 | 18:00 Uhr

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