Stand: 25.05.2018 09:33 Uhr

Schleswig-Holstein spitze bei Knochenmarkspenden

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Die DKMS ist immer auf der Suche nach neuen Knochenmarkspendern.

In Schleswig-Holstein sind mit knapp 235.000 Menschen im Schnitt so viele Menschen wie in keinem anderen Bundesland bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert. Der Anteil entspreche gut acht Prozent der Bevölkerung, teilte die DKMS mit. Bundesweit sind es mit rund 6,7 Prozent deutlich weniger. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit rund 3,3 Prozent.

Aktionstag am kommenden Montag

Auch in Deutschland rufen an diesem Montag wieder zahlreiche Organisationen zu Stammzellenspenden auf - es ist der internationale Aktionstag zum Kampf gegen Blutkrebs. Für Patienten mit dieser Krankheit sind Stammzellenspenden aus dem Knochenmark oft die letzte Rettung. Die DKMS fährt deshalb seit Mittwoch mit einem Sonderzug durch Deutschland. An mehreren Bahnhöfen werben Helfer darum, sich als Spender zu registrieren. Dazu muss zunächst nur eine Speichelprobe abgegeben werden. Nur wenige registrierte Spender erweisen sich tatsächlich als "genetische Zwillinge" eines Kranken und werden zur Knochenmarkspende gebeten. Sie ist relativ schmerzfrei.

2017 mehr Registrierte als im Vorjahr

Die DKMS ist Deutschlands größte Datei für Knochenmarkspender. Insgesamt gibt es laut dem Zentralen Knochenmarkspenderregister Deutschland (ZKRD) 26 solcher Dateien mit einer Gesamtzahl von mehr als 7,9 Millionen Registrierten. Von diesen knapp 8 Millionen spendeten 7.000 im vergangenen Jahr tatsächlich Stammzellen. Laut DKMS bedeutet das eine Steigerung von rund 500.000 Registrierten im Vergleich zum Vorjahr.

Sechs Schritte zur Stammzellenspende

  1. Registrierung: Spender müssen 17 bis 55 Jahre alt sein. Wangenabstrich mit Wattestäbchen für die Analyse der Gewebemerkmale.
  2. Prüfen der Gewerbemerkmale: Wenn die Gewebemerkmale zu denen eines Patienten passen, wird dies durch eine Blutprobe nochmals bestätigt. Weitere Blutwerte werden ermittelt.
  3. Gesundheitscheck: Nach einem gründlichen Gesundheitscheck und der Aufklärung durch einen Arzt steht der Stammzellspende nichts mehr im Wege - das endgültige Einverständnis des Spenders vorausgesetzt.
  4. Periphere Stammzellentnahme: Bei 80 Prozent der Spenden ist dies ähnlich einer Blutspende. Im Vorfeld wird dem Spender der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht, danach können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach heutigem Forschungsstand nicht bekannt.
  5. Knochenmarkentnahme: Bei 20 Prozent aller Spenden wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Nach der Entnahme kann für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz entstehen - ähnlich dem einer Prellung. Das Risiko der Knochenmarkentnahme ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.
  6. Stammzelltransplantation: Wie bei einer Bluttransfusion werden die Stammzellen transplantiert. Sie nisten sich in den Knochenhohlräumen des Patienten ein und beginnen dort, neue, gesunde Blutzellen zu bilden. (Quelle: DKMS)

Alle Informationen finden Sie auf der Webseite der DKMS. Sie können sich auch online registrieren.

Weitere Informationen
N-JOY

Fragen und Antworten zur Knochenmarkspende

01.05.2016 10:40 Uhr
N-JOY

Wie funktioniert die Online-Registrierung? Was passiert genau bei einer Stammzellen-Entnahme und welche Risiken bestehen für euch? Diese und weitere Fragen im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.05.2018 | 19:30 Uhr

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