Stand: 06.12.2019 07:22 Uhr

Schleswig-Holstein hat 531 Funklöcher

Der Arbeitsplatz von Dirk Lautenschläger ist meistens draußen. Er ist Garten- und Landschaftsbauer in der Gemeinde Welt in Nordfriesland. Darum ist sein Handy gleichzeitig sein Büro. Doch Kontakt zur Außenwelt hat er häufig nicht oder der Kontakt bricht ab. "Ich bin nicht verlässlich erreichbar für Kunden und Lieferanten. Ein gutes Beispiel ist heute. Wir kriegen noch eine Lieferung Rollrasen. Der Lieferant wollte anrufen, wenn er in Garding ist, hat mich die erste Stunde aber nicht erreicht", sagt Lautenschläger. Kein Einzelfall, fast jeder in Schleswig-Holstein kennt das. Das gleiche Problem mit dem mobilen Internet.

VIDEO: Mobilfunkanbieter wollen Funklöcher stopfen (3 Min)

531 Funklöcher zuviel in Schleswig-Holstein

Zum ersten Mal hat nun das Land einen Überblick darüber, wie viele Funklöcher es eigentlich gibt - es sind 531. Die drei großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica haben ihre Daten zur Verfügung gestellt und angekündigt, bis Ende 2020 rund 90 Funklöcher zu schließen. Mehr als 170 neue Sendeanlagen wollen sie dafür bauen und fast 750 bestehende Anlagen aufrüsten. So sollen Telefonie- und Datenfunklöcher geschlossen, aber auch die bestehende Netzabdeckung verbessert werden.

Schleswig-Holstein will bei der Standortsuche und bei Genehmigungsverfahren helfen. Das Ziel das Landes: Nach und nach sollen alle Löcher mit Netz überspannt werden. Um das zu erreichen, hat sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) mit Vertretern der Netzbetreiber getroffen. "Wir haben bisher immer von einer Haushaltsabdeckung gesprochen. In Wahrheit brauchen wir eine Flächenabdeckung im Land. Landwirtschaftliche Betriebe arbeiten mit Sensoren im Boden, im Wald gibt es Sensoren, die Feuchtigkeit bestimmen. Die brauchen alle ein Mobilfunknetz", sagt der Minister. Die Haushaltsabdeckung liegt in Schleswig-Holstein bei 98 Prozent, die Flächenabdeckung laut Buchholz nur bei etwa 75.

Ein Funkmast kostet 300.000 Euro

Gerade an Bundesstraßen oder Autobahnen ist das zu spüren. Für die Netzanbieter ist der Ausbau auch immer eine wirtschaftliche Frage. Ein neuer Mast, sagen sie, kosten etwa 300.000 Euro und die Investition lohnt sich nicht überall. Bewohner von Funkloch-Landstrichen, wie an der Westküste, und somit auch Garten- und Landschaftsbauer Dirk Lautenschläger, müssen aber nicht zwangsläufig für immer nach Empfang suchen.

Auch der Bund könnte hier den Ausbau fördern. In Zukunft wollen sich Land, Kommunen und Mobilfunkanbieter zweimal im Jahr zusammensetzen, um über den Status quo zu sprechen und darüber, wie er verbessert werden kann.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.12.2019 | 14:00 Uhr

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