Stand: 12.03.2018 07:28 Uhr

Schlaglochpiste Schleswig-Holstein

von Hauke von Hallern

Schleswig-Holsteins Pendler müssen im Moment tapfer sein: Wer im Land unterwegs ist, kämpft sich durch einen regelrechten Hindernisparcours. Auf den Straßen reiht sich ein Schlagloch ans nächste. Frost und Feuchtigkeit lassen den Asphalt aufplatzen. Die ohnehin schon maroden Straßen werden so weiter beschädigt. Die Straßenmeistereien sind durchgehend im Einsatz und versuchen die Straßen so gut es geht zu flicken. Überall im Land ist die Streckenkontrolle unterwegs. Die Mitarbeiter bessern die Löcher direkt aus - mit sogenanntem Kaltmischgut. "Das Problem ist halt, dass einige Strecken so kaputt sind, dass der Teer rund um die Schadstelle dann wieder aufbricht", sagte Heiko Hengst von der Straßenmeisterei Klausdorf NDR 1 Welle Nord. "Und dann rücken wir wieder aus - und flicken wieder."

Nördliche Kreise besonders betroffen

Laut Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr muss jede dritte Landstraße in Schleswig Holstein saniert werden. Bei den Bundesstraßen ist es jede fünfte. Besonders betroffen sind nach Angaben des Landesbetriebes viele Städte im Land, allen voran Lübeck, aber auch die Landeshauptstadt Kiel. Die Anzahl der Schlaglöcher sei deutlich höher als nach den vergangenen milden Wintern, sagte Kiels Stadtsprecher Arne Ivers.

Kraterlandschaften gibt es außerdem vor allem in den nördlichen Kreisen: Dithmarschen, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Im Süden des Landes gibt es auch Probleme: Zum Beispiel auf der B 207 bei Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg), auf der L 160 bei Trittau (Kreis Stormarn) oder auf der B 76 zwischen Röbel und Middelburg (Kreis Ostholstein).

90 Millionen Euro stehen bereit

Gerade marode Straßen leiden unter den Frostperioden: Feuchtigkeit zieht in die kleinen Risse im Asphalt. Sobald es friert, dehnt sich das Wasser aus, wenn es taut, zieht es sich wieder zusammen und der Straßenbelag platzt auf. Vor allem ein häufiger "Frost-Tau-Wechsel" sei schädlich für die Straßen, weil diese dann leicht aufbrechen, sagte ein Sprecher des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

Die Landesregierung hat in diesem Jahr allein für die Landesstraßen 90 Millionen Euro bereit gestellt, das sind 20 Millionen mehr als der Schnitt der vergangenen Jahre. Allerdings: Bis die verbaut sind, dauert es. Und nach Ansicht der Stadt Kiel beläuft sich beispielsweise allein der Sanierungsbedarf in der Landeshauptstadt auf 150 Millionen Euro. Deswegen wird es auch in den kommenden Jahren immer wieder Straßenschäden durch Frost geben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.03.2018 | 06:00 Uhr

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