Stand: 08.03.2020 14:57 Uhr

Schießstand in Mölln: Boden ist bleibelastet

Rund um den Schießstand der Kreisjägerschaft in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) liegen nach Schätzungen zufolge bis zu 70 Tonnen Blei im Boden und in den Bäumen - auf insgesamt 30.000 Quadratmetern. In Mölln wird seit mehr als 100 Jahren geschossen. Es ist einer von elf Schießständen in Schleswig-Holstein. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht, mit dem Blei-Problem umzugehen. Denn wenn sich das Blei im Boden zersetzt, könnte es ins Grundwasser gelangen. "Wir wissen aus einer benachbarten Schießanlage, dass dort tatsächlich Blei unten schon angekommen ist. Wohl noch nicht im toxischen Bereich, aber es ist eben angekommen. Und wir sind jetzt der Auffassung, dass das hier so nicht bleiben kann - sondern dass das Blei entfernt werden muss, denn es oxidiert relativ schnell", sagt Möllns Bürgermeister Jan Wiegels (SPD).

Kalken reicht nicht mehr aus

Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat die Kreisjägerschaft den Schießstand von der Stadt gepachtet. Bislang hat sie die Fläche regelmäßig mit Kalkpulver kalken lassen und daraufhin Bodenproben genommen. Die Ergebnisse lagen immer innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Richtwerte. Dieses Verfahren reicht der Stadt aber nicht mehr aus. "Es gibt drei Sanierungsmöglichkeiten, die im Bundesbodenschutzgesetz verankert sind. Eine ist das Kalken, die nächste wäre dann eine Teilsanierung oder eine Komplettsanierung", erklärt Bernd Karsten von der Kreisjägerschaft Herzogtum Lauenburg.

Ein Warnschild hängt am Stacheldrahtzaun des Schießplatzes der Kreisjägerschaft in Mölln. © NDR
Die Kreisjägerschaft möchte, dass der Pachtvertrag, der noch bis Oktober 2020 läuft, verlängert wird.
Wer bezahlt die Sanierung?

Angestrebt wird eine Teilsanierung. Das bedeutet, dass der Boden großflächig ausgehoben werden müsste. Das ist widerum mit erheblichen Kosten verbunden: zwei Millionen Euro für Ausheben und Entsorgen des verseuchten Erdreichs. Bezahlen müsste das eigentlich die Stadt, da sie die Eigentümerin des Grundstückes ist. Alleine bezahlen kann und will sie aber nicht, sagt Wiegels: "Da müssen dann natürlich auch die herangezogen werden, die den Schaden mit verursacht haben."

Im März sollen auf dem Gelände Bohrungen Aufschluss darüber geben, wie tief das Blei tatsächlich schon in den Boden gesunken ist. Dass eine Sanierung dringend nötig, das ist sicher. Nur Umfang sowie Kosten - und wer diese übernimmt, müssen noch geklärt werden. Stadt und Kreisjägerschaft wollen das Blei-Problem gemeinsam angehen und lösen. Man befinde sich in konstruktiven Gesprächen, heißt es. Der Pachtvertrag läuft zunächst bis Oktober. Den Jägern ist es wichtig, dass der Schießstand in Mölln erhalten bleibt. Und sie haben angekündigt, im Falle einer Sanierung in Zukunft auf Bleimunition zu verzichten.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.03.2020 | 19:30 Uhr

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