Stand: 29.11.2018 17:10 Uhr

Schafe hinter Wolfschutzzaun gerissen

In Westerhorn (Kreis Pinneberg) hat möglicherweise ein Wolf zwei Schafe auf einer Weide gerissen, die mit einem speziellen Wolfschutzzaun eingezäunt war. Die Schäfer fanden die Tiere nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen auf der Fläche und benachrichtigten die Wolfsbetreuer. Alle Anzeichen würden darauf hindeuten, dass ein Wolf dort war, sagte der Wolfsbetreuer im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Ganz sicher ist das erst, wenn eine DNA-Analyse vorliegt. Ein Labor in Hessen wertet die Proben aus. Ergebnisse werden in etwa zwei bis drei Wochen erwartet. Das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) prüft zudem, ob der Zaun richtig aufgestellt war.

Darf Wolf abgeschossen werden?

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Durch oder über diesen wolfssicheren Zaun in Westerhorn ist offenbar ein Wolf auf die Schafsweide gelangt.

Sollte es ein Wolf gewesen sein, könnte das bedeuten, dass er abgeschossen werden darf. "Wenn so ein auffälliger Wolf zum Beispiel mehrfach hinter wolfssicheren Zäunen Schafe reißt oder Menschen näher kommt, dann ist klar, dass ein Abschuss stattfinden kann", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht NDR Schleswig-Holstein. Normalerweise verbietet das EU-Artenschutzrecht den Abschuss eines Wolfes. In Niedersachsen berichtet derweil ein Mann, am Dienstag in Steinfeld (Landkreis Rotenburg) von einem Wolf in die Hand gebissen worden zu sein.

Mindestens zwei Wölfe im Land heimisch

Auch in Horst und Moordiek (Kreis Steinburg) wurden am Mittwoch gerissene Schafe entdeckt. Die beiden Gemeinden grenzen an Westerhorn an. Erst am Dienstag hatte das LLUR bekanntgegeben, dass sich mindestens zwei Wölfe in Schleswig-Holstein angesiedelt haben, einer von ihnen im Kreis Segeberg, ein weiterer in den Kreisen Steinburg und Pinneberg. Bisher gingen Experten davon aus, dass Wölfe sich nur vorübergehend im Norden auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen aufhalten würden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.11.2018 | 19:30 Uhr

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