Stefan Seidler, Bewerber für Listenplatz 1 des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW).  Foto: Axel Heimken

SSW: Stefan Seidler wird Spitzenkandidat für die Bundestagswahl

Stand: 08.05.2021 14:21 Uhr

Die Partei der dänischen Minderheit (SSW) hat am Sonnabend auf einem außerordentlichen Landesparteitag in Schleswig ihren Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl nominiert. Es gab zwei Bewerberinnen und einen Bewerber.

Am frühen Nachmittag stand der SSW-Spitzenkandidat fest: Der Dänemark-Koordinator der Landesregierung, Stefan Seidler, wird die Partei zum ersten Mal seit 60 Jahren in den Bundetagswahlkampf führen. Im ersten Wahlgang reichten die Stimmen für Stefan Seidler noch nicht aus. 53 der Deligierten stimmten für ihn, 38 wollten die stellvertretende Landesvorsitzende, Sibylla Nitsche, in Berlin sehen. In der Stichwahl machte Seidler mit 68 Stimmen knapp das Rennen, 59 Deligierte stimmten für Sybilla Nitsch.

Mehr Gehör für Interessen der Minderheiten

In Berlin will sich der 41-jährige Flensburger - neben der Minderheitenpolitik- auch für eine nachhaltie Entwicklung der Region einsetzen. "Wenn wir uns den Bundesverkehrswegeplan für 2030 angucken, da ist Schleswig-Holstein mit 22 Initiativen drin - Bayern mit 325. Und es ist ganz oft so, dass Fördermittel nicht in unsere Region kommen, sondern irgendwo anders in Deutschland landen - wo wir eigentlich prädestiniert gewesen wären, beispielsweise im Energiebereich", sagte er. Er wolle sich dafür stark machen, dass in Zukunft in die Grenzregion nach Schleswig-Holstein Fördermittel kommen, Infrastruktur aufgebaut und regionale Entwicklung angekurbelt werde. Allein wird er in Berlin allerdings nicht viel erreichen können. Siedler sagte, er wolle dafür mit anderen demokratischen Parteien im Bundestag Allianzen schmieden.

Zwei Bewerberinnen und ein Bewerber

Die Kreisvorstände von SSW Schleswig-Flensburg und SSW Flensburg hatten Seidler als ihren Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt. Damit hatte er die größten Kreisverbände im Rücken. Außerdem kämpften die Vorsitzende der Jugend im SSW, Maylis Roßberg, für den Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde und Sibylla Nitsch für Nordfriesland-Dithmarschen um den ersten Listenplatz.

Es ist das erste Mal seit 60 Jahren, dass der SSW bei einer Bundestagswahl antritt. Als Partei der dänischen Minderheit ist der SSW von der Fünf-Prozent-Hürde befreit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.05.2021 | 14:00 Uhr

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