Zwei große Schiffe auf dem Wasser, im Hintergrund Windräder. © NDR Foto: Jörn Pietschke

SH nimmt Hamburg weitere 500.000 Tonnen Hafenschlick ab

Stand: 04.06.2021 16:25 Uhr

Wohin mit dem Schlick, der regelmäßig im Hamburger Hafen ausgebaggert werden muss? Seit Jahren ist das ein Dauerthema zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Für dieses Jahr gibt es eine Lösung.

Schleswig-Holstein will Hamburg mehr Hafenschlick abnehmen, so dass die Hansestadt in diesem Jahr insgesamt zwei Millionen Tonnen in die Nordsee südlich vor Helgoland verbringen kann, wie Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sagte. Das sind 500.000 Tonnen mehr als ursprünglich vorgesehen. 2022 reduziert sich die Menge dann entsprechend, aber es soll eine Anschlusslösung geben.

Albrecht: Problem sind Belastungen in Sedimenten

Zugleich fordert Albrecht von Hamburg eine langfristige Strategie. Hamburg müsse sich gemeinsam mit den anderen Elbanliegern darum kümmern, dass der Zustand der Elbe und der Sedimente verbessert werde. "Das Problem ist nicht, dass wir Sedimente haben. Das Problem ist, dass es Belastungen in diesen Sedimenten gibt und dass jegliche Gefährdung und negativer Einfluss für unser Weltnaturerbe Wattenmeer ausgeschlossen werden muss. Das hat für uns höchte Priorität", betonte Albrecht.

"Anfang vom Ausstieg aus der Kreislaufbaggerei"

In Hamburg wurde die Entscheidung mit Erleichterung aufgenommen. "Es ist gut, dass das Umweltministerium in Schleswig-Holstein gegenüber Hamburg erneut wichtige und entscheidende Hilfe bei der Lösung der drängenden Sedimentprobleme des Hafens und der Elbe leistet", sagte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). So werde es auch möglich, auf eine Schlickverklappung vor der Vogelschutz-Insel Scharhörn zu verzichten. "Das war mir ein besonderes Anliegen, und es ist eine gute Nachricht für Neuwerk und den Nationalpark Wattenmeer sowie für die gute Nachbarschaft Hamburgs mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein und die Kooperation mit dem Bund." Der Fraktionschef der Grünen in der Bürgerschaft, Dominik Lorenzen, sprach von einem "Anfang vom Ausstieg aus der Kreislaufbaggerei in der Tideelbe".

Verklappter Schlick landet wieder im Hafen

Bislang wird ein Teil des Schlicks gleich hinter der Hamburger Landesgrenze bei Neßsand in die Elbe gekippt und landet dann wenige Wochen später wieder im Hafen. Für das Freihalten der Fahrrinne und des Hafens gibt Hamburg derzeit rund 150 Millionen Euro pro Jahr aus. Erst kürzlich war die siebte Elbvertiefung abgeschlossen worden, mit der die Erreichbarkeit des Hafens auch für Großcontainerschiffe sichergestellt werden soll.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.06.2021 | 17:00 Uhr

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