Stand: 15.09.2020 20:58 Uhr

Innenministerin begrüßt Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

Ministerin Sabine Sütterlin-Waack im Landtag in Kiel. © NDR Foto: Martin Ross
Sabine Sütterlin-Waack zeigte sich froh darüber, dass die Bundesregierung weitere Flüchtlinge aufnehmen will.

Die schleswig-holsteinische Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) begrüßte die Pläne der Bundesregierung, mehr geflüchtete Menschen aufzunehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wollen Griechenland durch die Aufnahme von 1.553 weiteren Flüchtlingen entlasten. Auf eine entsprechende Regelung einigte sich die Große Koalition am Dienstag.

Sütterlin-Waack: Bereit, auch noch mehr aufzunehmen

Sütterlin-Waack äußerte sich positiv zu dem Vorstoß. "Der Bundesinnenminister hatte ja vor einigen Tagen noch eine andere Zahl verkündet", sagte sie im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein, "und insofern sind wir ganz froh, dass wir etwas mithelfen können, das Elend dort etwas zu mildern." Nach dem Königsteiner Schlüssel entfallen demnach auf Schleswig-Holstein 50 Geflüchtete. Die würde Schleswig-Holstein aufnehmen können und wollen, so Sütterlin-Waack. "Wir würden auch noch mehr aufnehmen können und wollen, wenn dann andere Bundesländer sozusagen ihren Anteil aus irgendwelchen Gründen nicht erfüllen können im Moment", sagte die Innenministerin weiter.

4.000 Schlafsäcke für Flüchtlinge in Griechenland

Mit Blick auf die Lage in Griechenland nannte Sütterlin-Waack Deutschland hilfsbereit: Man versuche, dazu beizutragen, dass die Obdachlosigkeit dort etwas abgemildert wird. Schleswig-Holstein will 4.000 Schlafsäcke zur Verfügung stellen. Am vergangenen Mittwoch war das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos niedergebrannt. Mehr als 13.000 Menschen, die zuvor größtenteils in Blechverschlägen hausten, wurden obdachlos. Ihre Lage hat sich seitdem deutlich verschlimmert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.09.2020 | 20:00 Uhr

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