Stand: 17.04.2020 05:00 Uhr

Rosenschnitt: Hartes Herz und scharfe Schere

Viele Spaziergänger in Schleswig-Holstein freuen sich zurzeit über die Frühlingssignale: die Vögel zwitschern, die Gärten werden immer bunter. Während sich Naturliebhaber über die bunte Pracht freuen, sind für Garten-Experte Thomas Balster zum Beispiel die gelben Forsythienblüten ein Startschuss: "Wenn man die sieht, dann weiß man, dass jetzt die Zeit gekommen ist, um Rosen zurückzuschneiden." Doch hierbei gilt es darauf zu achten, welche Rosenart man in seinem Garten hat.

Trieb beschneiden - lieber zu viel als zu wenig

Erst einmal sollte man schauen, ob man einmalig oder häufiger blühende Rosen gepflanzt hat. Bei den öfter Blühenden lohnt sich im Frühjahr der Griff zu Schere. Die sollte richtig scharf und gereinigt sein. Beim Rosenschnitt gilt auch heutzutage noch der Leitsatz: hartes Herz und scharfe Schere. Also lieber zu viel als zu wenig abschneiden. "Als erstes sollte man das trockene Holz von unten rausschneiden," rät der Gartenexperte. Triebe, die Rindenkrankheiten, also einen flechtigen Überzug haben, werden soweit wie möglich unten abgetrennt. Dann beginnt der Schnitt weiter oben an den Trieben. Hier sucht man die sogenannten Rosenaugen: kleine rote Auswüchse am Stängel, aus denen ein neuer Trieb wachsen wird.

Schnitt über dem Rosenauge für bessere Optik

Geschnitten wird knapp einen halben Millimeter darüber. Thomas Balster empfiehlt darauf zu achten, dass man die "Rosenaugen", die außen am Trieb liegen, als Schnittkante wählt. "So wachsen die neuen Triebe nicht nach innen und behindern sich nicht gegenseitig." Zudem sollte die Schere ruhig mutig eingesetzt werden, schwache Triebe stark beschneiden, kräftigere weniger. Junge Triebe aus dem Vorjahr, die nicht richtig ausgewachsen sind, können auch entfernt werden. So wird der Strauch zwar optisch kleiner, aber auch kräftiger.

Nicht alle Rosen stark zurückschneiden

Ramblerrose: Rambling Rector © picture-alliance / Photoshot Foto: Michael King
Nicht alle Rosen müssen stark beschnitten werden. Bei der Ramblerrose muss zum Beispiel kaum die Schere angesetzt werden.

"Doch nicht alle Rosen sollen kräftig beschnitten werden", verrät der Gartenexperte. Die, die nur einmal im Jahr blühen, sollte man in Ruhe wachsen lassen: "Wenn man hier zu viel zurückschneidet, hat man in diesem Jahr keine Blüte mehr am Strauch". Als Beispiel für diese Sorten nennt er die Ramblerrose.

Balsters Rosen-Tipps

  • Die gesamte Pflanze sollte zugeschnitten werden, bevor sie blüht. Also am besten jetzt, auch wenn sie schon treiben sollte.
  • Lieber zu viel als zu wenig schneiden.
  • Nach Möglichkeit immer vermeiden, dass zu viele Triebe nach innen wachsen.

Thomas Balster sitzt im Studio für die "Zur Sache" Sendung. © NDR Foto: Andrea Schmidt

AUDIO: Gartentipps: Thomas Balster im Studiogespräch (11 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Der Nachmittag | 17.04.2020 | 14:05 Uhr

Thomas Balster sitzt im Studio für die "Zur Sache" Sendung. © NDR Foto: Andrea Schmidt
11 Min

Gartentipps: Thomas Balster im Studiogespräch

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