Stand: 22.09.2020 08:34 Uhr

Roboter als Hilfskräfte in der Landwirtschaft

Landwirtschaft ohne Hightech - das ist in der heutigen Zeit kaum vorstellbar. Immer häufiger sind die eingesetzten Maschinen computergesteuert, damit sie möglichst effektiv ihre Arbeit verrichten. Das Problem: Oftmals sind Hightech-Lösungen dieser Art sehr kostspielig und deshalb nur in größeren Betrieben realisierbar. Forscher der Universität Lübeck arbeiten jetzt daran, dass auch kleinere Betriebe Zugang zu solcher Technik bekommen. Am Institut für Robotik tüfteln Wissenschaftler an speziellen Robotern.

VIDEO: Lübecker Forscher entwickeln Unkraut-Roboter (3 Min)

Ein wichtiges Lernziel: Bilderkennung

Die Roboter sollen in der Landwirtschaft eigenständig Aufgaben verrichten, die für Menschen zu anstrengend oder zeitaufwändig sind. Zunächst werden die Roboter so programmiert, dass sie mit ihrem Lasersystem und ihren Kameras eine Landkarte von einem Acker erstellen können. Bilderkennung ist ein wichtiges Lernziel für künstliche Intelligenz. Im nächsten Schritt sollen die Roboter Gelenkarme und passende Werkzeuge bekommen sowie Wärmebildkameras.

Autonom Aufgaben bewerkstelligen

Mögliche Einsatzgebiete der Roboter in der Praxis: Weidezaun freischneiden, Unkraut identifizieren und vernichten, Raubvögel anhand ihres Flugbildes erkennen und mittels Warnton die Hühner verscheuchen oder den Raubvogel direkt abwehren - die denkbaren Aufgaben sind vielfältig. Um möglichst effektiv und sicher arbeiten zu können, sollen mehrere Roboter gemeinsam auf den Feldern eingesetzt werden - idealerweise rund um die Uhr. Per Funk behält ein Landwirt die Kontrolle. Grundsätzlich sollen die Geräte aber ohne menschliche Hilfe auskommen.

50.000 Euro gut investiert?

Bereits in einem Jahr könnten die ersten praktischen Versuche laufen. Kostenpunkt: schätzungsweise knapp 50.000 Euro. Das Geld könnte aber gut investiert sein, sofern sich die Mitarbeiter des jeweiligen Betriebs um andere Aufgaben kümmern, während der Roboter die mühsamen Arbeiten auf dem Feld übernimmt.

Kleine Betriebe sollen konkurrenzfähig bleiben

Mit den Hightec-Helfern sollen kleinere Betriebe in der Landwirtschaft wettbewerbsfähig bleiben: "Es ist ein Projekt, das darauf abzielt, die Konkurrenzfähigkeit - insbesondere der kleinen Landwirtschaft in Schleswig-Holstein - zu stärken und zu erhalten", sagt Prof. Floris Ernst von der Uni Lübeck. Die kleinen Betriebe könnten nicht mit den Großbetrieben in den Flächenländern mithalten.

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