Stand: 02.02.2018 15:12 Uhr

Rinderherpes: 1.800 Tiere werden geschlachtet

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Rinderherpes ist in Schleswig-Holstein wieder ausgebrochen. (Themenbild)

Rinderherpes: Diese Diagnose ist ein Todesurteil für mehr als 1.800 Rinder auf vier Höfen in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Stormarn. Daran erkrankt ist laut Landwirtschaftsministerium ein Tier, bei weiteren Rindern auf verschiedenen Höfen wurde der Erreger nachgewiesen. Das Virus mit dem offiziellen Namen BHV1 ist damit zum ersten Mal seit März wieder in Schleswig-Holstein ausgebrochen. Die Tierseuchenvorschriften des Landes sehen vor, dass alle Tiere eine Bestandes geschlachtet werden müssen, wenn es mindestens einen Virus-Nachweis gab.

Krank oder nur Virus-Träger?

Dabei wird aber unterschieden, ob ein Tier richtig erkrankt ist oder nur das Virus in sich trägt, ohne selbst krank zu sein. Letztere werden als "Reagenten" bezeichnet. Auch diese Tiere werden laut Landwirtschaftsministerium zwar geschlachtet, das Fleisch muss aber nicht vernichtet werden, sondern kann bedenkenlos verzehrt werden, heißt es aus dem Ministerium. Das Fleisch kranker Tiere hingegen wird vernichtet. Die betroffenen Betriebe müssen jetzt gereinigt und desinfiziert werden. Auch Nachbarbetriebe werden unter die Lupe genommen und auf das Virus hin untersucht.

Landwirte bekommen Entschädigung

Die vier Bauern, deren Betriebe betroffen sind, werden durch den Tierseuchenfonds entschädigt. "Auf Grundlage des Tiergesundheitsgesetzes sind im Falle einer Tötung von Nutztieren aus tierseuchenrechtlichen Gründen Entschädigungszahlungen an den Tierhalter vorgeschrieben.", teilte das Landwirtschaftsministerium weiter mit. Das Geld kommt zu 50 Prozent aus dem Tierseuchenfonds und zu 50 Prozent vom Land.

Schleswig-Holstein gilt trotzdem als BHV1-frei

Agrarminister Robert Habeck (Grüne) sagte, die Situation sei für die Landwirte bedrückend, weil sie zum großen Teil ihre Bestände verlören. "Wir sind seit März 2017 offiziell BHV1-frei. Dieser Status ist auch nicht gefährdet, selbst wenn es noch zu vereinzelten Ausbrüchen kommt", so Habeck.

Virus bleibt ein Leben lang

Ein Landwirt aus Padenstedt bei Neumünster hatte nach einem Bericht der "Kieler Nachrichten" den Tierarzt gerufen, weil einige Kälber im Stall gehustet hatten. Der Arzt entdeckte dann das Herpesvirus bei den Tieren. Bei Rindern kann das Virus unter anderem Fehlgeburten auslösen oder zu Lungenerkrankungen und Fieber führen. Betroffene Tiere tragen die Krankheit ihr Leben lang mit sich und können andere Rinder anstecken. Deshalb müssen sie geschlachtet werden, so das Ministerium.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.02.2018 | 08:00 Uhr

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