Reußenköge: Triathletinnen trainieren im ausrangierten Windrad

Stand: 28.12.2020 15:55 Uhr

Dieses Schwimmbad dürfte zu den außergewöhnlichsten im Land gehören: der ausrangierte Turm eines Windrades. Auf die Seite gelegt und mit Wasser gefüllt ist er Trainingsort für zwei Triathletinnen.

Corona-bedingt haben Schwimmbäder in Schleswig-Holstein gerade geschlossen. Die Triathletinnen Eike Duus und Ann-Christin Reißberg haben aber trotzdem einen Ort zum Trainieren gefunden: direkt vor ihrer Bürotür. "Das ist der totale Luxus, dass wir hier einfach weitertrainieren können. Wir bleiben fit und können an der Technik arbeiten."

25 Meter lang, zwei Meter tief - nach acht Monaten fertig

Ihr Schwimmbad ist der ausrangierte Turm eines Windrades - gebaut von ihrem Chef Dirk Ketelsen. Er ist Inhaber des Dirkshof in Reußenköge (Kreis Nordfriesland) und verdient sein Geld mit erneuerbaren Energien, vor allem durch Windräder. Und er ist selbst begeisteter Schwimmer. Ein eigenes Schwimmbad für sich und seine gut 30 Mitarbeiter war schon lange sein Traum, erzählt Dirk Ketelsen. "Da kam mir die Idee, einfach den Trum einer Windmühle zu nehmen und den einzubuddeln. Halbvoll mit Wasser - dann hab ich ja auch eine Schwimmbahn." Seinen handgezeichneten Plan reichte er beim Kreis ein und hatte Erfolg. 25 Meter lang, zwei Meter tief und eine halbe Millionen Euro teuer: Nach acht Monaten war das Schwimmbard auf dem Firmengelände fertig.

"Es fühlt sich wie im Wettkampf an"

Eike Duus und Ann-Christin Reißberg gehören zum firmeneigenen Triathlon-Team. Im Training schwimmen sie zweieinhalb Kilometer - das sind 100 Bahnen im Windrad. Das sei ein ganz besonderes Gefühl, schwärmt Eike Duus: "Es ist ganz anders, als im Hallenbad zu schwimmen. Es fühlt sich mehr an, als würde man in der Nordsee oder direkt im Wettkampf schwimmen - mit Wellen von rechts und links. Das ist sehr unruhiges Wasser, aber für Triathleten perfekt."

Momentan trainieren die beiden für den "Ostseeman"-Triathlon in Glücksburg. Das heißt: 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon laufen. Ihr Ziel ist die Titelverteidigung. 2019 waren sie das schnellste Frauenteam auf der Langdistanz. In diesem Jahr fiel der Ostseeman wegen Corona aus. 2021 soll dann wieder der Titel her.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 28.12.2020 | 19:30 Uhr

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