Stand: 14.09.2020 17:04 Uhr

Rendsburger Kanaltunnel: Weitere Verzögerung

Die Fertigstellung des Rendsburger Kanaltunnels verzögert sich weiter. Nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) kann der zuletzt geplante Termin zum Jahreswechsel, an dem der Tunnel eigentlich in den vierspurigen Regelbetrieb gehen sollte, nicht gehalten werden. Unter anderem verzögert sich die Programmierung der neuen Verkehrsleittechnik. Der Grund laut WSV: Es fehlten wichtige Unterlagen. Zudem habe ein Subunternehmen einen Spezialisten für die hochkomplexe Programmierung kurzerhand für vier Wochen woanders eingesetzt.

Vollständige Freigabe? WSV legt sich nicht fest

Die für diesen Monat geplante Umlenkung des Verkehrs von der Ost- in die Weströhre fällt deshalb aus. Die WSV wollte sich nicht festlegen, wann der Kanaltunnel endgültig und vollständig für den Verkehr freigegeben werden kann. Da er das Vertrauen in die Aussagen der Arbeitsgemeinschaft (Arge) der beauftragten Hauptunternehmen verloren habe, werde er keinen neuen Termin nennen, sagte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. Nur so viel: "Wir reden über mehr als vier Wochen."

VIDEO: Witte: "Bis heute kein belastbarer Zeitplan" (1 Min)

Massive Kritik an beauftragten Unternehmen

Witte nannte die Situation "äußerst unschön. Hier hapert es an der Steuerung, an der Geschäftsführung, die dahinter steht." Mit Corona habe die Verzögerung nichts zu tun. Das Ziel bestehe darin, für die Region und die Wirtschaft so schnell wie möglich alle vier Spuren verfügbar zu machen.

Derzeit rollt der Verkehr nur durch eine der beiden Röhren des Tunnels, den normalerweise täglich 50.000 Fahrzeuge passiert haben. Derzeit sind es deutlich weniger.

Eine Kostensteigerung gebe es für die Wasserstraßenverwaltung mit der neuen Verzögerung nicht, sagte Witte. "Wir prüfen Schadenersatz." Diesen durchzusetzen sei aber schwierig.

Modernisierung sollte 2014 abgeschlossen sein

Der Tunnel wurde in den Siebzigerjahren gebaut. Bauarbeiten zur Sanierung und Modernisierung begannen 2011 und sollten eigentlich 2014 fertig sein. Doch es folgten immer wieder Verzögerungen aufgrund diverser Probleme. Angesichts ihrer Erfahrungen mit der Arbeitsgemeinschaft würden die Arbeiten in völlig unüblicher Enge begleitet, sagte Witte. "Die Arge muss liefern und sie wird liefern."

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.09.2020 | 17:00 Uhr

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