Mehrere Polizeibeamte tragen eine Kiste aus einer Kleingarten Pazelle. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

Rendsburg: Polizei durchsucht Parzelle mit Leichenspürhunden

Stand: 10.11.2020 17:33 Uhr

Nach dem Mord an einer Prostituierten geht die Polizei in Rendsburg weiteren Hinweisen nach. Am Dienstag haben Beamte eine Kleingarten-Parzelle durchsucht. Auch Leichenspürhunde kamen zum Einsatz.

Die Parzelle auf dem Kleingarten-Gelände ist häufig von dem Mann genutzt worden, der wegen Mordverdachts an einer 40-jährigen Prostituierten in Untersuchungshaft sitzt. Vergangene Woche wurde eine weitere Frauen-Leiche auf seinem Dachboden gefunden. Auch diese Frau wurde getötet - und auch in diesem Fall ist der Mann laut Staatsanwaltschaft tatverdächtig. Er hat laut Polizei bisher die Aussage verweigert.

Bohrungen für die Spürhunde

Am Dienstagvormittag sind Beamte der Einsatzhundertschaft aus Eutin in der Kleingartenparzelle. Sie suchen sie systematisch ab und sichern mögliche Beweise. Darüber hinaus machen sie alle 50 Zentimeter Bohrungen - etwa einen Meter tief. So sollen es die Hunde nachher einfacher haben zu erschnüffeln, ob etwas vergraben wurde. Das kann eine Leiche sein, aber zum Beispiel auch Beweismittel, die versteckt wurden - sei es blutige Kleidung oder andere Gegenstände, die Hinweise liefern. Gesucht wird zum Beispiel immer noch das Handy der Ende September getöteten Frau.

"Das war der Garten von seinen Schwiegereltern in spe"

Das Gelände in Rendsburg ist oft von dem Tatverdächtigen genutzt worden. "Das war der Garten von seinen Schwiegereltern in spe", sagte Kleingärtner Franko Schander. Der Laubenpieper habe den Schwiegereltern viele Arbeiten abgenommen, den Weg neu gepflastert oder Platten verlegt. Als Schander erfuhr, dass der Rendsburger unter Verdacht steht, habe er gedacht: "Das ist er nicht gewesen." Der Kleingärtner beschreibt den Tatverdächtigen als freundlichen und hilfsbereiten Mann. Er sei nie negativ aufgefallen.

Polizei kann nichts mehr ausschließen

Die Beamten suchen nach eigenen Angaben ergebnisoffen. Das heißt: Sie sind auf alles vorbereitet und wollen sichergehen, dass ihnen nichts entgeht. Auf dem Grundstück der Kleingartenanlage Rosengarten gebe es unter anderem eine Gartenlaube, ein Gewächshaus und einen Komposthaufen. "Das sind ja grundsätzlich auch Möglichkeiten, hier Beweismittel abzulagern", erklärte Polizeisprecher Matthias Felsch und fügte an: Die Beamten könnten nichts mehr ausschließen. Deswegen würden auch Leichenspürhunde eingesetzt. Die Polizei kann nicht ausschließen, dass der 40-Jährige für weitere Straftaten verantwortlich sein könnte. Ermittler untersuchen nun auch das Vorleben des Mannes.

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