Ministerpräsident Daniel Günther, Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) © NDR

Reaktionen auf die 2G-Pflicht in Schleswig-Holstein

Stand: 17.11.2021 16:29 Uhr

Von "erwartbar" bis "nicht ausreichend" - die neuen Corona-Regeln der Landesregierung haben bei Vertretern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ein geteiltes Echo ausgelöst.

Die Fraktionsvorsitzende der SPD Serpil Midyatli warf der Landesregierung in ihrer Stellungnahme am Mittwoch mangelnde Weitsicht vor. Erst kürzlich abgeschaffte Maßnahmen, wie die Maskenpflicht in den Schulen, müssten nun nach kurzer Zeit wieder eingeführt werden. Andere wichtige Entscheidungen, wie die 2G oder 3G-Regelung auf Weihnachtsmärkten, würden auf die Kommunen abgewälzt. In der Sache halte sie die Maßnahmen zwar für richtig, sie kämen aber zu spät.

Weihnachtsmärkte rüsten auf

Für die Weihnachtsmarktbetreiber im Land kamen die Ankündigungen am Mittwoch kurz vor knapp. Vielerorts werden gerade die Stände aufgebaut. Die angekündigte 2G-Pflicht gilt zwar nur für Innenräume, Ministerpräsident Günther sprach den Kommunen aber zumindest teilweise eine 2G-Empfehlung aus. Überall dort, wo räumliche Enge herrsche, solle nach Möglichkeit auf 2G gesetzt werden.
Einige Betreiber wollen nun sogar ganz auf 2G umstellen. So wird der Weihnachtsmarkt auf dem Gut Pronstorf im Kreis Segeberg am kommenden Wochenende mit 3G-Regeln starten. An den folgenden Wochenenden wird dann aber auf 2G umgestellt - egal ob draußen oder in der Scheune. Andernorts gibt man sich entspannter. Man habe ohnehin schon mehr Platz gelassen und ein gutes Wegesystem, sagte der Betreiber des Weihnachtsdorfes in Kiel, Thomas Schütte.

Veranstaltungsbranche reagiert besorgt

Für wenig Begeisterung haben die neuen Regeln bei den Veranstaltern im Land gesorgt. In den vergangenen 20 Monaten seien sie meist die ersten gewesen, die die Auswirkungen neuer Corona-Regelungen zu spüren bekommen haben, sagte Andreas Waschkowski von der Firma Opus Showtechnik in Kiel. Sie befürchtet, dass durch die verschärften Maßnahmen auch diesmal wieder deutlich weniger Menschen zu Konzerten und Veranstaltungen kommen werden.

Schulen vor Rückkehr zur Maskenpflicht im Unterricht

Ministerpräsident Daniel Günther erklärte am Mittwoch, die Entscheidung, die Maskenpflicht im Unterricht auszusetzen, sei grundsätzlich verantwortbar gewesen. Dennoch sei eine Rückkehr zur alten Regelung nun sinnvoll, um die Schüler bestmöglich zu schützen, so Günther. Einigen Akteuren im Schulbetrieb geht dieser Schritt nicht weit genug. Die Rückkehr zur Maskenpflicht sei der richtige Weg, heißt es vom Landeselternbeirat der Gymnasien. Die Vorsitzende Claudia Pick kritisiert aber, dass das Land die vom Landeselternbeirat geforderte Testpflicht auch für Geimpfte an den Schulen nicht umsetzt.

Dehoga von Regelung wenig überrascht

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Schleswig-Holstein hat relativ gelassen auf die Ankündigungen der Landesregierung reagiert und angegeben gut mit der 2G-Pflicht leben zu können. In den vergangenen Wochen hätten die Betriebe ganz überwiegend festgestellt, dass ihre Gäste in sehr hohem Maße geimpft seien. Von großen wirtschaftlichen Folgen infolge der neuen Regelung müsse deshalb nicht ausgegangen werden. Natürlich warte man aber "sehnsüchtig auf den Tag, an dem das wieder aufgehoben wird", sagte Verbandschef Stefan Scholtis.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.11.2021 | 16:00 Uhr

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