Stand: 24.07.2020 15:02 Uhr

Steuerbetrug in Millionenhöhe? Durchsuchungen in SH

Bei einer groß angelegten Razzia hat der Zoll deutschlandweit 14 Gebäude durchsucht. Sieben davon befinden sich in Schleswig-Holstein: Ermittler kontrollierten eine Firma an zwei Standorten und fünf Privatobjekte von Firmenverantwortlichen. Nach Angaben des Zollfahnungsamtes München geht es um den Vorwurf der Steuerhinterziehung im Millionenbereich. Der Vorwurf richtet sich gegen eine Münchener Firma, die Solarmodule aus China bezogen hat. Dabei wurde ein Trick angewendet, um anfallende Steuern zu umgehen.

Steuerhinterziehung durch Kick-back Zahlung

Weil China Solarmodule vor einigen Jahren sehr günstig nach Europa exportiert hat, führte die Europäische Union 2013 sogenannte Antidumpingzölle ein. Diese Abgaben wurden nur dann nicht fällig, wenn chinesische Firmen einen Mindestpreis verlangten. Die Firma aus München und weitere Unternehmen sollen Solamordule aus China bezogen haben. Ihnen wird Steuerhinterziehung durch sogenannte Kickback-Zahlung vorgeworfen. Die Firmen wiesen zunächst nach, den erforderlichen Mindestpreis bezahlt zu haben, dann kam es aber zu Rückvergütungen seitens der chinesischen Exporteure. So sparten die deutschen Firmen die Antidumpingzölle ein.

33 Millionen Euro Steuerhinterziehung

Allein über die durchsuchte Firma in Schleswig-Holstein wurden laut Zoll 430.000 Solarmodule importiert. Der Sprecher des Zollfahndungsamtes München, Christian Schüttenkopf, sagte: "Wir haben bei der Firma in Schleswig-Holstein 350 Ordner Geschäftsunterlagen, einige Laptops, Tablets und Handys sichergestellt. Sowie mehrere Terabyte an Daten, die jetzt hier bei uns vor Ort in München ausgewertet werden müssen." Laut Zollsprecher sollen zwischen 2014 und 2015 mindestens 33 Millionen Euro hinterzogen worden sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.07.2020 | 13:00 Uhr

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