Ein Autoreifen mit gutem Profil © NDR Foto: Axel Franz

Räumung von Zwischenlager für Altreifen gestartet

Stand: 25.05.2021 15:00 Uhr

In Groß Offenseth-Aspern lagern seit Jahren 8.000 Tonnen alte Reifen. Nach einem jahrelangen Streit zwischen dem Eigentümer und der Umweltbehörde wird die Umweltsünde jetzt zum Teil beseitigt.

Der Kreis Pinneberg hatte das Land Schleswig-Holstein aufgefordert, die Reifen wegbringen zu lassen - Dienstag hat der Transport begonnen. Im ersten Schritt kommt etwa die Hälfte der Reifen aus dem Zwischenlager in Groß Offenseth-Aspern weg. Damit sei gewährleistet, dass die Feuerwehr einen sicheren Zugang zu dem Gelände hat, heißt es vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Die Reifen werden an Zementwerke in der Türkei geliefert. Täglich sollen drei Lkw beladen werden, bis voraussichtlich im August mindestens 4000 Tonnen abtransportiert wurden.

Reifenberge = erhebliche Brandgefahr

Über Jahre seien die Berge an Gummi weiter angewachsen und der Betreiber habe es nicht hinbekommen, die Reifen loszuwerden, sagt LLUR-Sprecher Martin Schmidt. Er bezeichnet das als eine von mehreren Umweltsünden Schleswig-Holsteins. Von diesen Reifenbergen gehe eine erhebliche Brandgefahr aus.

Räumung verursacht Kosten im siebenstelligen Bereich

Dem Sprecher zufolge stellten die Altreifen bis 2004 kein Problem dar - in der Zementindustrie vor Ort waren sie ein begehrter Zusatzbrennstoff. "Das ist dann durch andere Materialien ersetzt worden und dann war die Absatzlage nicht mehr da", so Schmidt. Das Zementwerk hat mittlerweile auf die Verbrennung von Tiermehl umgestellt.

Nach einem jahrelangen Streit zwischen dem Eigentümer und der Umweltbehörde hatten Landrat und Umweltausschuss des Kreises in dem Reifen-Zwischenlager eine Gefahr für Mensch und Umwelt erkannt und sich beim Umweltministerium für eine Räumung eingesetzt. Der Räumungsauftrag wird etwas weniger als 1,4 Millionen Euro kosten.

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