Stand: 18.06.2014 13:55 Uhr

Rader Hochbrücke: "Eine Minute vor Zwölf"

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Im vergangenen Jahr war die Rader Hochbrücke monatelang gesperrt.

Die Rader Hochbrücke - marode und wochenlang gesperrt. Der Kanaltunnel - eine Dauerbaustelle. Wer auf den Straßen im Kreis Rendsburg-Eckernförde unterwegs ist, der braucht vor allem gute Nerven. Nur noch zwölf Jahre hält die Rader Hochbrücke, das haben nach Angaben von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) statische Untersuchungen ergeben. Nun hat der Bund mitgeteilt, dass das Land umgehend mit den Planungen für eine Ersatzbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal beginnen kann. Und Ministerpräsident Torsten Albig drückt aufs Tempo. "Kein Tag sollte gewartet werden mit der Planung", sagte der SPD-Politiker NDR 1 Welle Nord. "Es ist eine Minute vor Zwölf", ergänzte Meyer.

Brücke oder Tunnel?

Dabei will das Land mit dem Bund auch noch einmal über die Möglichkeit eines kombinierten Straßen- und Schienentunnels sprechen. Schließlich ist die benachbarte Rendsburger Eisenbahnhochbrücke bereits mehr als 100 Jahre alt. "Es wäre klüger, dass wir Straße und Schiene gemeinsam planen", sagte Ministerpräsident Albig. Sicher sei aber, dass etwas geschieht - und das sei ein gutes Signal. So hat es auch die Wirtschaft im Land aufgefasst. Uli Wachholtz, Präsident der Unternehmensverbände Nord, sagte NDR 1 Welle Nord: "Es ist erfreulich, dass zeitnah auf bekannte Probleme reagiert und Geld zur Verfügung gestellt wird." Bedauerlich sei allerdings, dass vom Bund nur der Straßenverkehr berücksichtigt werde.

Bund lehnt Kombination ab

Denn während Kiel über ein mögliches Kombinationsbauwerk für Straße und Schiene noch sprechen will, kam aus Berlin bereits eine klare Absage. Begründung: Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke werde derzeit für eine weitere Nutzung von 30 bis 40 Jahren ertüchtigt und nach weiteren Arbeiten werde sie dann eine Restnutzungsdauer von mindestens 50 Jahren haben. Außerdem würden weder die Rader Brücke noch die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke einen Engpass im jeweiligen Verkehrsnetz darstellen, argumentiert das Bundesverkehrsministerium. Darauf reagiert Reinhard Meyer mit Galgenhumor: "Alle, die die Rader Hochbrücke nutzen - vor allem im Sommer - , werden darüber lachen."

Meyer bleibt hartnäckig

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister favorisiert einen Kombinationsbau und will bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) weiter dafür werben. "Auch wenn wir froh sind, nun endlich Sicherheit hinsichtlich des Starts der Planungen zu haben, so sehr sollten wir darauf achten, nicht den kommenden Generationen Nadelöhre auf den Verkehrsachsen unseres Landes zu hinterlassen", sagte Meyer, der vom Bund mehr langfristiges Denken bei der Infrastruktur fordert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.06.2014 | 14:00 Uhr

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