Stand: 22.01.2019 17:04 Uhr

Prozess um Schüsse auf A215: Waffe im Laden gefunden

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Polizisten durchsuchen einen Supermarkt auf dem Kieler Ostufer.

Vermummte Polizisten haben am Montagmittag und Dienstagvormittag einen Supermarkt im Kieler Stadtteil Gaarden durchsucht. Der Laden liegt in der Elisabethstraße im Osten der Landeshauptstadt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, fanden Ermittler dort eine Waffe. Die Behörde bestätigte, dass die Razzia im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren am Kieler Landgericht steht. Dabei geht es um Schüsse aus einem fahrenden Auto auf der Autobahn 215 im Mai vergangenen Jahres.

Der Supermarkt gehört der Familie des Mannes, der im Prozess als Geschädigter und Nebenkläger auftritt und dem der Angeklagte vorwirft, der eigentlich Schuldige zu sein. In dem Prozess ist ein 39 Jahre alter Mann wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft soll er aus einem weißen Porsche heraus fünf bis sechs Mal auf einen Wagen neben ihm geschossen haben. Vier Schüsse hätten damals das Fahrzeug getroffen, so die Ermittler. Bei dem mutmaßlichen Opfer handelt es sich um den Schwager des Angeklagten. Er blieb unverletzt.

Hintergrund ist Streit zwischen Familien

Im Prozess sagte der Angeklagte, aus Notwehr gehandelt zu haben. Sein Schwager im Wagen neben ihm habe ihn mit einer Waffe bedroht. Erst daraufhin habe der Angeklagte selbst zur Waffe gegriffen. Diese hatte er sich nach eigenen Angaben wegen mehrerer Morddrohungen gegen ihn zugelegt. Sein Schwager habe unter anderem "für 15.000 Euro einen Tschetschenen auf ihn angesetzt", sagte der Angeklagte während der Verhandlung. Hintergrund ist ein Streit zwischen den beiden Familien. Der Angeklagte hat libanesische, sein Schwager soll türkische Wurzeln haben.

Razzia im Supermarkt des Schwagers

"Nach den Aussagen gegen den Schwager wurde ein eigenes Ermittlungsverfahren in der Sache eingeleitet", sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Der Angeklagte habe schließlich "konkrete Angaben" gemacht, denen zufolge sich die auf der Autobahn auf ihn gerichtete Waffe in dem Lebensmittelmarkt befinden solle, sagte Bieler weiter. Daraufhin sei der Markt sowohl am Montag als auch am Dienstag durchsucht und von einem "massiven Aufgebot der Polizei" begleitet worden. Ob es sich bei der nun sichergestellten Waffe tatsächlich um die Waffe handelt, mit der der Angeklagte bedroht worden sein soll, sei aber noch unklar.

Weitere Informationen

Schüsse auf A215: Anklage verlesen

Ein 39-jähriger Mann soll im Mai auf der A215 aus dem Auto heraus auf den Fahrer eines neben ihm fahrenden Wagens geschossen haben. Zum Prozessauftakt am Dienstag wurde die Anklage verlesen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.01.2019 | 16:00 Uhr

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