Stand: 16.10.2018 15:24 Uhr

Prozess um Geldtransporter-Raub: Fahrer gesteht

Überraschendes Geständnis im Prozess vor dem Landgericht Kiel um einen spektakulären Geldtransporter-Raub: Der 41-jährige Fahrer des Transporters hat zu Beginn dieses Prozesstages am Dienstag erstmals sein Schweigen gebrochen und die Tat gestanden. Bei dem Coup waren im Januar aus einem Geldtransporter rund 2,4 Millionen Euro gestohlen worden.

Spontan für drei Geldkassetten entschieden

Der Fahrer schilderte vor Gericht, wie er bei einem außerplanmäßigen Halt an einer Tankstelle in Kirchbarkau (Kreis Plön) drei Geldkassetten in ein anderes Fahrzeug umlud, die sein 48 Jahre alter Komplize dann nach Hamburg brachte. Dieser Mann räumte inzwischen ein, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Ursprünglich hätten sie nur eine kleine Kassette entwenden wollen, sagte der Fahrer. Er habe mit 50.000 Euro gerechnet und sei davon ausgegangen, dass dies für seine Sicherheitsfirma "eine interne Sache sein" würde. Es sei eine spontane Entscheidung gewesen, dann doch drei Geldkassetten aus dem Geldtransporter zu nehmen.

Weil der Fahrer des Geldtransporters im Dienst einen Revolver mit scharfer Munition trägt, lautet die Anklage auf einen besonders schweren Fall gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen.

Der Beifahrer des Transporters als weiterer Komplize?

Eigentlich sollte am Dienstagvormittag der bisher nicht angeklagte Beifahrer als Zeuge vor Gericht aussagen. Doch in seinem überraschenden Geständnis beschuldigte der Fahrer nun seinen Beifahrer, ebenfalls an dem Coup beteiligt gewesen zu sein.

Der Prozess soll mit der Vernehmung des Beifahrers weitergehen, und die Staatsanwaltschaft will auch die beiden Angeklagten weiter befragen.

Monatelanges Schweigen

Auf die Spur der Verdächtigen waren die Ermittler durch deren auffälligen Lebenswandel und hohe Ausgaben gekommen. Nach wochenlanger Überwachung sowie der Durchsuchung mehrerer Wohnungen und Fahrzeuge konnten die Ermittler im März schließlich die Beute sicherstellen und die mutmaßlichen Täter verhaften. Beide schwiegen monatelang zu den Vorwürfen - bis heute. Der Prozess läuft seit Anfang September, die Urteile könnten Anfang November fallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.10.2018 | 12:00 Uhr

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