Stand: 05.09.2018 07:49 Uhr

Provinzial-Versicherungen sollen fusionieren

Der Zusammenschluss der beiden Provinzial-Versicherungen wird immer wahrscheinlicher. Am Abend informierten die Anteilseigner der Provinzial Rheinland in Düsseldorf und der Provinzial NordWest in Münster, sie hätten sich auf eine mögliche Fusion verständigt. Eine Zusammenlegung hat auch Auswirkungen auf den Kieler Provinzial-Standort mit seinen mehr als 1.000 Mitarbeitern. Das neue Unternehmen soll von Düsseldorf, Kiel und Münster aus geführt werden und hätte dann mehr als 5.000 Mitarbeiter. Nach Angaben der Provinzial bleibt Kiel Sitz einer Lebensversicherung und der Provinzial Nord Brandkasse.

Hauptsitz der neuen Holding wäre Münster

Durch einen Zusammenschluss der beiden Häuser entstünde der bundesweit größte öffentliche Sach- und Lebensversicherer mit einem Beitragsvolumen von fast sechs Milliarden Euro, so die beiden Unternehmen. Die Holding des fusionierten Instituts soll in Münster und der Sitz des gemeinsamen Sachversicherers mit dem Vertriebsgeschäft in Düsseldorf angesiedelt werden. Die Aktivitäten in Rheinland-Pfalz, insbesondere in der Hauptniederlassung Koblenz, sollen zumindest beibehalten werden.

Gewerkschaft: Beschäftigteninteressen spielen keine Rolle

Portraitfoto von Frank Schischefsky. Er ist Leiter des Landesbüros Schleswig-Holstein bei ver.di. © Frank Schischefsky Foto: Frank Schischefsky
Ver.di-Sprecher Frank Schischefsky fordert eine Einbindung der Gewerkschaften im Fusionsprozess.

Ver.di-Sprecher Frank Schischefsky forderte die Versicherungen auf, die Gewerkschaften in die Verhandlungen um die Zusammenlegung der Versicherungen einzubinden. Er befürchtet Stellenabbau: "Denn aus der Summe dessen, was in den Medien berichtet worden ist, kann man ziemlich genau ablesen, dass Beschäftigteninteressen bei der Standortfrage bislang keine Rolle gespielt haben". Das sei für die Gewerkschaft natürlich der Kernpunkt. "Personalabbau darf nicht das Ziel einer solchen Fusion sein. Und wir brauchen mit einer solchen Fusion auch Standortkonzepte, die keine Gewinner und Verlierer entstehen lässt", sagte Schischefsky.

Stegner: "Standort Kiel nicht infrage stellen"

Auch nach Ansicht von SPD-Landeschef Ralf Stegner darf der Provinzial-Standort Kiel nicht infrage gestellt werden: "Wenn jetzt die Lebensversicherung und die Brandkasse Nord in Kiel bleiben, dann ist das ein gutes Zeichen. Aber wir wollen natürlich, dass das hier nicht geschwächt wird, darauf muss geachtet werden." Stegner forderte, die Gewerkschaften an dem Fusionsprozess zu beteiligen, um die Arbeitsplätze zu sichern.

Jetzt müssen die Gremien entscheiden

Anteilseigner der beiden Unternehmen sind Sparkassenverbände und kommunale Landschaftsverbände: Eigentümer der Provinzial NordWest sind der Sparkassenverband Westfalen-Lippe (40 Prozent), der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (40 Prozent), der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein (18 Prozent) und der Ostdeutsche Sparkassenverband (2 Prozent). Die Provinzial Rheinland in Düsseldorf gehört dem Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (33,33 Prozent), dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (34 Prozent). Über die Fusion müssen nun die Gremien dieser Anteilseigner entscheiden - und die Aufsichtsräte beider Unternehmen. In der Vergangenheit hatte es mehrere Anläufe zu einer Provinzial-Fusion gegeben, die allesamt scheiterten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.09.2018 | 08:00 Uhr

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