Stand: 25.02.2020 17:14 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Provinzial: Unternehmen einig über Fusion

Das Provinzial-Gebäude in Kiel © NDR Foto: Renato Ferreira
Wenn die Gremien zustimmen, gehen beide Unternehmen rückwirkend zum 1. Januar zusammen.

Die beiden Versicherungsunternehmen Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland haben sich im Groben auf eine Fusion geeinigt. Das teilten sie am Dienstagnachmittag mit. Unter anderem gebe es jetzt ein Konzept für den Zusammenschluss - und eine Verständigung darüber, wie viel die einzelnen Firmen derzeit wert sind. Das ist wichtig für die Machtverhältnisse in der neuen Firma. Details enthielt die Mitteilung allerdings nicht. Die Gremien müssen der Einigung nun noch zustimmen. Sobald sie grünes Licht geben, soll die Fusion rückwirkend zum 1. Januar umgesetzt werden. Durch den Zusammenschluss entsteht einer der zehn größten Versicherer in Deutschland mit einem Beitragsvolumen von sechs Milliarden Euro.

Fusionsprozess dauert länger als erwartet

Eigentlich war die Fusion schon vor einem Jahr geplant, die Buchprüfung zog sich jedoch länger hin. Bereits im Sommer 2018 hatten die jeweiligen Sparkassenverbände die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt. "Ich bin sehr froh, dass die beiden Provinzial-Gruppen nach hartem Ringen zu einem guten Kompromiss gefunden haben, mit dem aus meiner Sicht beide Seiten sehr gut leben können", sagte Provinzial-Nordwest-Chef Wolfgang Breuer. Der Chef der Provinzial Rheinland, Patric Fedlmeier, warb für das Zusammengehen der beiden Konkurrenten: "Bei Umsetzung der Fusion würden sich nun für Eigentümer, Mitarbeiter und Vertriebe angesichts der Herausforderungen der Branche gute Chancen für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft bieten."

Zusammen 5.000 Mitarbeiter

Die Provinzial Nordwest deckt den Osten von Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ab. Standorte sind Hamburg, Kiel - und der Hauptsitz Münster. Die kleinere Provinzial Rheinland ist im Westen von Nordrhein-Westfalen sowie im Norden von Rheinland-Pfalz und in Lippe aktiv. Nach Angaben eines Sprechers soll der Hauptsitz des neuen Versicherungskonzerns in Münster sein. In Kiel sollen sich die Mitarbeiter demnach weiter um Lebensversicherungen kümmern. Auch der Sitz der Provinzial Nord Brandkasse bleibe dort - dem Schaden- und Unfallversicherer des Konzerns.

Keine Details zu neuer Struktur und Stellen

Die beiden Unternehmen beschäftigen zusammen rund 5.000 Mitarbeiter, in Kiel sind es 980. Ob es im Rahmen des Zusammenschlusses zu einer Umstrukturierung und einem Stellenabbau kommt, wollte ein Sprecher der Provinzial Nordwest nicht sagen. Über die Inhalte der Einigung sei Stillschweigen vereinbar worden.

Erst im Januar hatten Gewerkschaft und Provinzial Nordwest einen Tarifvertrag abgeschlossen, der betriebsbedingte Kündigungen bis Juni 2025 ausschließt und den Fortbestand der Standorte Kiel, Hamburg und Münster garantiert. Im Falle einer Fusion kann der Vertrag allerdings gekündigt werden - frühestens zu Ende Juni 2022.

Weitere Informationen
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Das Provinzial-Gebäude in Kiel © NDR Foto: Renato Ferreira

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