Gewerkschafter der IG Metall stehen bei einer Protestaktion vor unbesetzten Stühlen © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

Protestaktion vor insolventer Nobiskrug-Werft in Rendsburg

Stand: 28.06.2021 09:14 Uhr

Im Rahmen einer Protestaktion vor der insolventen Nobiskrug-Werft in Rendsburg hat die Gewerkschaft IG Metall am Montagmorgen 155 leere Stühle vor das Werft-Tor gestellt.

Jeder leere Stuhl, den die Protestierenden von der IG Metall vor der Nobiskrug-Werft in Rendsburg aufgestellt haben, steht für einen Mitarbeiter, der im vergangenen Herbst entlassen worden war. 155 Mitarbeiter waren betroffen. Die Stühle sollen laut Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg, "eine Mahnung sein, damit sich solche Fehler in Zukunft nicht noch einmal wiederholen".

Gewerkschaft will Zeichen setzen

Die Gewerkschaft will mit dieser Aktion wenige Tage vor Beginn des Insolvenzverfahrens ein Zeichen setzen. Sie fordert, dass die letzten 300 Arbeitsplätze und der Werftbetrieb erhalten bleiben. "Wenn wir die Zukunft meistern wollen, brauchen wir die Fachkräfte. Die sind alle Spezialisten für den Bau von Megajachten. Ohne sie wird es nicht gehen", sagte Geschäftsführer Bitter. Als Grund für den Insolvenzantrag hatte das Unternehmen kritische Entwicklungen im Jachtbau genannt.

Spezialisiert auf Bau von Luxusjachten

Nobiskrug gehört zur internationalen Schiffbaugruppe Privinvest. Teil der Gruppe sind auch die Werften German Naval Yards Kiel und die Lindenau-Werft in Kiel, die von der Nobiskrug-Insolvenz aber nicht betroffen sind. Die auf den Bau von Luxusjachten ab 60 Metern Länge spezialisierte Werft am Nord-Ostsee-Kanal hat seit ihrer Gründung 1905 weit über 750 Schiffe gebaut. Zu den bekanntesten Neubauten vergangener Jahre gehörte die knapp 143 Meter lange Mega-Segeljacht "A". Sie wurde von Nobiskrug in Kiel gebaut.

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Der Firmenschriftzug von Nobiskrug.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.06.2021 | 08:00 Uhr

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