Stand: 18.06.2020 07:41 Uhr

Plastikmüll in der Schlei: 1,8 Millionen Euro Kosten

Der Plastikskandal an der Schlei liegt inzwischen gut zwei Jahre zurück, ist aber noch immer ein großes Thema in Schleswig. Im Werkausschuss, dem Aufsichtsgremium der Stadtwerke, wurden am Abend die Jahresabschlüsse der vergangenen drei Jahre verabschiedet. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Reinigungsaktionen der Schlei.

Stadt hatte Teil der Kosten vorgestreckt

Insgesamt kostete die Aktion demnach 1,8 Millionen Euro inklusive Reinigung, Klärschlammverbrennung und Anwaltskosten. Etwa ein Drittel der Summe hatte die Stadt Schleswig, als Eigentümerin der Abwasserbetriebe, bereits vorgestreckt. Der Rest soll aus Kapitalerträgen der Stadtwerke finanziert werden. Der Chef der Schleswiger Stadtwerke, Wolfgang Schoofs, sagte: "Wir haben den Haushalt der Stadt Schleswig nur mit 723.000 Euro belastet, das war eine Einmalzahlung. Wir sind guter Hoffnung, dass wir diesen Teil noch zurückzahlen können."

Keine Kosten für Steuerzahler

Gebühren- und Steuerzahler sollen dafür nicht belastet werden, so Schleswigs Bürgermeister Stephan Dose. Ob sich auch der Abfallverwerter Refood an den Kosten beteiligen wird, ist noch offen. Das Unternehmen hatte 2018 mit Plastik zersetzte, geschredderte Lebensmittelabfälle an die Stadtwerke geliefert. Weil die Plastikpartikel von der Kläranlage nicht herausgefiltert werden konnten, landeten sie in der Schlei.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.06.2020 | 08:00 Uhr

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