Stand: 31.01.2019 21:08 Uhr

Pinneberger Wolf zum Abschuss freigegeben

Ein Wolf, der für mehrere Schafsrisse hinter wolfssicheren Zäunen im Kreis Pinneberg verantwortlich ist, darf abgeschossen werden. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, das dem Umweltministerium zugeordnet ist, hat einen entsprechenden Antrag genehmigt. Antragsteller ist das Umweltministerium selbst. Das Tier mit der Code-Nummer GW 924m darf nun vier Wochen lang in seinem Streifgebiet von ausgewählten Jägern erlegt werden. Wer diese ausgewählten Jäger sind, soll laut Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) geheim bleiben.

Ein Wolf steht auf einer Wiese. © Henrik Pedersen

Risse von Wolf GW 924m in animierter Karte

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Eine animierte Karte von NDR Schleswig-Holstein zeigt die nachgewiesenen Nutztierrisse von Wolf GW 924m bis Ende Januar 2019. Der Wolf ist offiziell zum Abschuss freigegeben.

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Geht nicht um generelle Jagd auf Wolf

Diese Aufgabe sei doppelt schwer - weder schön, noch einfach, sagte Albrecht. Die Genehmigung könne erweitert und erneuert werden, erklärte der Umweltminister, "aber immer eben darauf bezogen, dass wir nur diesen einen Wolf jetzt erlegen wollen. Denn es geht letztendlich darum, hier nicht jetzt den Wolf generell zu bejagen." Auch aus Artenschutzgründen ginge es darum, diesen verhaltensauffälligen Wolf aus dem Kreise der zu schützenden Tiere zu entnehmen, so Albrecht, "um auch das Verhalten nicht an andere weiterzugeben." Unterstützung für diese Entscheidung bekommt Albrecht auch von SPD, CDU und FDP.

WWF äußert Bedenken

Kritik kommt von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe. Weder bessere technische Schutzmethoden - noch der Einsatz von Herdenschutzhunden seien ausreichend versucht worden, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft. Sie will deshalb jetzt juristische Schritte prüfen. Auch die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland kritisiert die Entscheidung: "Die vom Land Schleswig-Holstein erteilte Abschussgenehmigung für einen Wolf widerspricht bundesweiten Empfehlungen. Wir haben große Bedenken, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen und der Artenschutz ausgehöhlt wird, da die Genehmigung nicht nur den Empfehlungen von DBBW (Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf) und BfN (Bundesamt für Naturschutz) entgegensteht, sondern auch der gängigen Praxis in anderen Bundesländern wie etwa Sachsen", sagte Moritz Klose, Referent für Wildtiere beim WWF Deutschland.

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Wolf seit Juni 2018 in Südholstein unterwegs

In dem Dreieck zwischen A7, A23 und B206 im Hamburger Umland hatte es seit Ende November acht Risse gegeben, bei denen Raubtiere als wolfssicher geltende Zäune überwanden. Für mindestens sechs der Fälle soll dieser bestimmte Wolf GW 924m verantwortlich sein. Der aus Dänemark nach Schleswig-Holstein gekommene Rüde hat laut Ministerium auch bereits mehrfach Schafe außerhalb von wolfssicheren Zäunen gerissen. Aber erst mit der jetzt nachgewiesenen Überwindung von Schutzzäunen gilt das Tier als sogenannter Problemwolf und darf gejagt werden. Er hält sich seit Juni 2018 nachweislich in der Region im Kreis Pinneberg auf. Hinweise auf andere Wölfe dort sind nicht bekannt.

Wolf GW924m unterwegs in Südholstein

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.01.2019 | 12:30 Uhr

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