Stand: 13.12.2019 17:43 Uhr

Pinneberger Schule kämpft gegen gefährliche Keime

Es kam bei einer Routinekontrolle am Ende der Sommerferien ans Licht: Die Wasserleitungen der Kreisberufsschule in Pinneberg sind mit Legionellen verseucht. Das 25 Millionen Euro teure Gebäude ist erst vier Jahre alt, doch schon seit Monaten kommen gefährliche Bakterien aus den Wasserhähnen. Längst gibt es eine Behelfslösung, doch die kostet den Kreis viel Geld. Er hat deshalb den Gutachter Timo Effe beauftragt, die Ursache für das Auftreten der Legionellen zu finden. Ein schwieriges Unterfangen.

Wasser muss in Bewegung gesetzt werden

Um dem Problem auf den Grund zu gehen, muss sich Effe jede Installation anschauen, die mit dem Wasserkreislauf zu tun hat. "Die Legionelle hat offenbar eine Möglichkeit gefunden, sich in der Anlage festzusetzen. Das kann durch Stagnationszeiten kommen, die sich von den Wochenenden bis hin zu den Ferien erstrecken", so der Fachmann. "Wir versuchen jetzt, das Wasser an jeder Stelle so in Bewegung zu versetzen, dass die Legionelle keine Chance hat, sich da weiter anzuheften."

Wasserfilter als Sofortmaßnahme

In der Kreisberufsschule Pinneberg lernen 3.875 Schüler, arbeiten 180 Lehrer und 20 weitere Beschäftigte. Um sie zu schützen, hat der Kreis als Sofortmaßnahme an allen 275 Armaturen Wasserfilter installiert. Die sind allerdings wartungsintensiv und müssen alle acht Wochen ausgetauscht werden. Eine kostspielige Angelegenheit: Die Austausche schlugen bisher mit etwa 50.000 Euro zu Buche. Sollte Gutachter Effe die Ursache für die Legionellenbelastung nicht finden, muss im schlimmsten Fall das Leitungssystem umgebaut und nachgerüstet werden.

Legionellen können schwere Erkrankungen auslösen

Legionellen kommen grundsätzlich überall vor, wo Wasser ist. Sie werden dann gefährlich, wenn ihre Konzentration einen Grenzwert überschreitet. Besonders gefährlich: Wird Wasser zu Dampf, beispielsweise am heißen Duschkopf, können die Bakterien laut Effe zusammen mit den Wassertröpfchen in der Luft eingeatmet werden und sehr tief in die Lunge gelangen. Es drohen dann grippeähnliche Erkrankungen oder eine Lungenentzündung, auch Legionellose oder Legionärskrankheit genannt, die tödlich enden kann. Legionellen vermehren sich am besten in lange ruhemdem Wasser sowie bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius.

 

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.12.2019 | 19:30 Uhr

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