Stand: 22.07.2019 08:00 Uhr

Pink, gestreift oder schwarz: Tomaten in 300 Variationen

von Jelto Ringena

Es war ein Zufall, der den Kleverhof in Elmenhorst (Kreis Stormarn) zum Tomatenhof machte. Vor mehr als zehn Jahren wuchs eine außergewöhnliche Frucht im Garten des Hofs: die "Elbe" - eine gelbe Fleischtomate. So etwas hatten die heutigen Hofbesitzer Tim und Lutz Unverhau bis dahin noch nicht gesehen. "Als wir angefangen haben mit dem Laden, da gab es tatsächlich nur drei Sorten im Supermarkt: rote Roma-, Salat- und Cherrytomaten", erklärt Biobauer Tim Unverhau.

Tomatenzucht auf dem Kleverhof

Ihr Interesse an dem Gemüse war geweckt und die beiden machten sich auf die Suche nach neuen Sorten. Es wurden viele Telefonate, insbesondere ins Ausland geführt, um Samen von skurrilen Tomaten aus der ganzen Welt zu bekommen. Das war die Geburtsstunde vom Kleverhof. 2008 hatte der Familienbetrieb dann bereits 120 verschiedene Sorten im Angebot.

Die Tomate: Ein Souvenir aus Südamerika

Heute kann man sogar Führungen buchen und sich alles über die Tomatenvielfalt auf dem Hof erklären lassen. Außerdem kann jede Tomate probiert werden. "Die ersten Tomatenzüchter waren die Mayas, Inkas und Azteken - also die Urvölker Südamerikas, und irgendwann brachte Kolumbus die Früchte nach Europa", erklärt Tim Unverhau, während er durch die Gewächshäuser läuft.

Früchte so groß wie Handbälle

Auf dem Hof gibt es mittlerweile Saatgut von 814 verschiedenen Tomatensorten. Da so viele aber nicht ins Gewächshaus passen, werden jedes Jahr andere Sorten angebaut. Dabei ist der Familie vor allen die Vielfalt wichtig, die Tomaten sollen möglichst unterschiedlich sein. In den drei Gewächshäusern stehen zum Beispiel Pflanzen mit handballgroßen Früchten. Wieder andere sind so klein wie eine Weintraube. Auf dem Hof wachsen pinke, gestreifte und sogar schwarze Früchte. Deswegen gibt es für die Kunden auch nie nur eine Sorte zu kaufen. In dem Hofladen bekommt man immer eine bunt gemischte Tomatentüte.

Pflege ist das A und O

Damit es die in jedem Jahr wieder gibt, gibt es einiges an Arbeit. Zwar müssen keine Gießkannen ins Gewächshaus geschleppt werden, das regelt eine automatische Bewässerungsanlage. Aber die Tomaten werden an dünnen Seilen hochgebunden, damit die Pflanzen nicht auf dem Boden liegen. Dann muss täglich Unkraut gejätet und "ausgegeizt" werden. Das bedeutet, dass überschüssige Seitentriebe abgebrochen werden. So geht mehr Kraft in die Früchte und es gibt eine bessere Ernte.

Sobald die ersten Früchte reif sind, werden die Samen für das nächste Jahr genommen. Und bereits Anfang des Jahres geht dann wieder die Aussaat los. Dabei fällt die Auswahl schwer, denn auch wenn es auch dem Kleverhof Saatgut von über 800 Sorten gibt, in den Gewächshäusern finden maximal 300 Sorten Platz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Von Binnenland und Waterkant | 16.07.2019 | 20:47 Uhr

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