Stand: 21.08.2019 13:35 Uhr

Pflegeheimplätze: Kosten steigen überdurchschnittlich

Manchmal sind es mehrere hundert Euro zusätzlich, die Pflegeheimbetreiber fordern: Seit Anfang des Jahres hat sich der Anteil, den Bewohner oder Angehörige selbst zahlen müssen, in vielen Fällen erhöht. Zahlen des Ersatzkassenverbandes zeigen jetzt, dass dieser Trend sich in Schleswig-Holstein fortsetzt. Danach zahlten Bewohner im Juli 2019 monatlich im Durchschnitt 95 Euro mehr als noch im Januar 2019.

Kosten steigen stärker als im Bundesdurchschnitt

Schleswig-Holstein liegt bei den Gesamtkosten zwar unter dem Bundesdurchschnitt. Aber: Die Steigerung ist überdurchschnittlich. Armin Tank vom Ersatzkassenverband in Schleswig-Holstein sagt: "Wegen der demografischen Entwicklung und der Leistungsverbesserungen in der Pflege werden die Kosten weiter steigen. Darauf müssen wir reagieren. Die Menschen werden es auf Dauer nicht mehr akzeptieren, wenn immer nur die Beitragssätze in der Sozialen Pflegeversicherung weiter erhöht werden."

Bewohner zahlen selbst für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen und die Leistungen, die über das hinausgehen, was die Pflegeversicherung übernimmt - denn deren Beiträge sind gedeckelt. Grund für die Kostensteigerungen sind Gesetzesänderungen, die ermöglichen, dass das Pflegepersonal besser bezahlt wird. Die Kosten landen dann beim Bewohner oder den Angehörigen.

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Neuregelung der Pflegefinanzierung gefordert

In der Politik wird schon länger über eine Neuregelung der Pflegeversicherung diskutiert. Schleswig-Holstein will sich weiter dafür einsetzen, dass die Eigenanteile für Bewohner gedeckelt werden - und ein Steuerzuschuss einbezogen wird. Denn Bewohner müssen häufig ohnehin staatliche Unterstützung beantragen. Die Bundesregierung plant, Angehörige zu entlasten. Sie sollen nur dann zahlen müssen, wenn sie mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdienen.

Der Ersatzkassenverband fordert darüber hinaus, dass die Länder stärker in Bau und Erhalt von Pflegeeinrichtungen investieren. In der Praxis würden die Investitionskosten derzeit komplett auf die Bewohner umgelegt, so der Vorsitzende Armin Tank: "Bundesweit sind das aktuell durchschnittlich etwa 450 Euro pro Bewohner und Monat - in Schleswig-Holstein sogar 486 Euro."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.08.2019 | 12:00 Uhr

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