Stand: 09.01.2018 20:29 Uhr

Pfahlbauten in St. Peter-Ording auf dem Rückzug

Am Strand von St. Peter-Ording im Kreis Nordfriesland sind sie ein echter Hingucker: die vielen Hütten auf Stelzen. Schon seit mehr als 100 Jahren trotzen sie der Nordsee und ihren Sturmfluten. Und hoch über dem Meer haben die Gäste eine wunderbare Sicht auf die einzigartige Strand- und Wattlandschaft. Doch die Pfahlbauten sind in Gefahr. Schuld daran ist vor allem der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel. Er sorgt dafür, dass der Strand immer schmaler wird. Experten des Küstenschutzes haben berechnet, dass jedes Jahr sechs bis zehn Meter Strand verloren gehen. Damit die Pfahlbauten auch in den kommenden 20 Jahren noch sicher sind, müssten sie um bis zu 200 Meter nach hinten verlegt werden, sagt ein Sprecher des Nationalparks Wattenmeer.

Pfahlbauten am Strand

Pfahlbauten in St. Peter-Ording werden versetzt

Schleswig-Holstein Magazin -

Seit mehr als 100 Jahren gibt es die Pfahlbauten in St. Peter-Ording. Doch wegen des steigenden Meeresspiegels sollen sie nun weiter oben am Strand neu aufgebaut werden.

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Gebäude 200 Meter hinter Hochwasserlinie geplant

Vor fünf Jahren stand eine Strandbar noch im Spülsaum der Nordsee, heute befindet sich der Holzbau schon mitten im Wasser. Ein neues Servicegebäude am Strand ist deshalb rund 200 Meter hinter der jetzigen Hochwasserlinie geplant. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr starten. Alle 15 Pfahlbauten am zwölf Kilometer langen Strand gehören der Gemeinde St. Peter-Ording. Sie ist damit für die Verlagerung zuständig, muss den Rückbau der Wahrzeichen planen, organisieren und auch bezahlen.

Die erste Stelzenkonstruktion entstand schon 1911

Die erste Stelzenkonstruktion in St. Peter-Ording wurde 1911 auf einer Sandbank gebaut. Sie war nur schwimmend durch den Priel zu erreichen. Gegen ein kleines Geld setzte auch ein Fischer die Gäste über. Die Menschen bezeichneten die Hütte als "Giftbude", in der Regel wurde dort Alkohol ausgeschenkt. Die Konstruktion war jedoch wenig stabil und fiel bald den Fluten zum Opfer. Deshalb nutzten die Zimmerleute für die Bauten später deutlich dickere Baumstämme. Heute stecken die Pfähle bis zu fünf Meter tief im Untergrund.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.12.2017 | 12:00 Uhr

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