Stand: 10.08.2020 12:02 Uhr  - Nachrichten für Schleswig-Holstein

Perseiden: Sternschnuppen sichten - und etwas wünschen

Sternschnuppen über dem Einfelder See bei Neumünster. © Marco Ludwig Foto: Marco Ludwig
Eine Sternschnuppe über dem Einfelder See in Neumünster: Die Chancen, ein solches Bild zu bekommen, stehen in diesem Jahr gut.

Wer momentan in den Abendstunden seinen Blick gen Himmel richtet, erblickt möglicherweise eine Sternschnuppe - oder sogar gleich mehrere. In diesen Tagen besucht nämlich ein jährlich wiederkehrender Sternschnuppenschauer die Erde: der Meteorstrom der Perseiden. Experten wie Marco Ludwig von der Sternwarte Neumünster rechnen damit, dass in der Nacht zu Mittwoch die meisten Sternschnuppen zu sehen sein werden. Bis zu 100 pro Stunde sind möglich. Und das Beste: Das Wetter spielt in diesem Jahr mit.

Staubkörner werden zu Sternschnuppen

Der August ist seit Urzeiten als der Monat bekannt, in dem besonders viele Sternschnuppen vom Himmel regnen. Rein wissenschaftlich betrachtet kreuzt die Erde in dieser Zeit die Bahn des Kometen Swift-Tuttle und trifft in seinem Schweif auf unzählige Staubpartikel. Diese staubkorngroßen Teilchen sind laut Ludwig relativ zur Erde bis zu 60 Kilometer pro Sekunde schnell, das sind über 200.000 Kilometer pro Stunde. Wenn sie in rund 100 Kilometern Höhe in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen sie innerhalb von Sekundenbruchteilen. Beobachter sehen dann eine helle Leuchtspur am Himmel.

"Tränen des Laurentius"

Die Meteore kommen offenbar aus dem Sternbild Perseus, weshalb sie Perseiden heißen. Im Volksmund werden sie auch "Tränen des Laurentius" genannt. Die erste überlieferte Beobachtung fand vor etwa zwei Jahrtausenden um 36 vor Christus in China statt.

Wann und wo sind die Perseiden besonders gut zu sehen?

Bild eines Meteors am Nachthimmel über Schlewig Holstein.  Foto: Heiko Albrecht
Ideale Bedingungen zum Beobachten von Sternschnuppen gibt es auf dem Land.

Die meisten Sternschnuppen tauchen in nordöstlicher Richtung auf. In Schleswig-Holstein sind die Perseiden nach Ludwigs Empfehlung hin noch bis zum 13. August zwischen 22 und 4 Uhr am besten zu sehen. In der Stadt stört allerdings auch in klaren Nächten zumeist das helle Umgebungslicht von Straßenbeleuchtung und Gebäuden. Bessere Bedingungen gibt es auf dem Land bei erheblich dunklerem Himmel.

Noch mehr Sternschnuppen als sonst

Aufgrund der Corona-Pandemie sind in diesem Jahr keine organisierten Beobachtungsabende möglich. Trotzdem gibt es eine Besonderheit: Diesmal könnte es laut Ludwig sogar noch mehr Sternschnuppen geben als in den Vorjahren. Durch den Einfluss des Jupiters ist die Erde der Wolke des alten Kometenschweifs näher gekommen - ergo gibt es mehr Staubpartikel, die verglühen können. So bieten sich viele Gelegenheiten für viele Wünsche. Wer eine Sternschnuppe sichtet, hat laut einem weit verbreiteten Aberglauben einen Wunsch frei - allerdings nur, sofern kein anderer dieselbe Sternschnuppe gesehen hat, und auch nur, wenn der Wunsch geheim bleibt.

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