Stand: 21.08.2020 18:12 Uhr

Passen Corona und Konzerte zusammen?

Donnerstagabend, 19.30 Uhr: Das DJ-Duo Glasperlenspiel steht auf der Bühne, startet sein Konzert mit dem Song "Freundschaft". Die Zahl der Konzertbesucher auf dem Gelände des "Upstalsboom Wellness Resort Südstrand" in Wyk auf Föhr ist überschaubar, 150 Gäste sind da. Das hat nichts mit der Band zu tun, sondern mit den Corona-Auflagen. Glasperlenspiel füllen sonst nämlich ganze Stadien. Mit 150 Gästen ist es ein kleiner, fast schon intimer Rahmen.

Reservierte Plätze und Mund-Nasen-Schutz

Zahlreiche Menschen sitzen in kleineren Grüppchen vor einer Bühne.  Foto: Lukas Knauer
Das Südstrand Open-Air darf unter Einhaltung der Corona-Auflagen stattfinden.

Das Konzertgelände ist eine Grünfläche vor dem Hotelkomplex, abgesperrt mit weißen Baustellenwänden. Am Einlass müssen alle Konzertbesucher erst ihre Hände desinfizieren und ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht. Im Inneren weist das Hotelpersonal den Gästen ihre Plätze zu: auf Stühlen, Bänken oder pärchenweise in Strandkörben. Sie sitzen in kleinen Gruppen getrennt voneinander und mit mehreren Metern Abstand. An den Abstand haben sich die Konzertbesucher bereits gewöhnt, aber auf einem "echten" Konzert waren viele schon lange nicht mehr.

Gäste sind glücklich

Auf den Plätzen angekommen, dürfen die Gäste den Mund-Nasen-Schutz wieder abnehmen. Nur wenn man sich auf dem Gelände bewegt, muss er wieder übergezogen werden. Das Hotelpersonal flitzt zwischen den Sitzgruppen hin und her und versorgt die Gäste mit Essen und Getränken. Auch das Personal trägt Masken und hält Abstand. "Das Konzert hier ist das beste, was ich seit langem besucht habe", sagt ein Gast. "Das haben die hier wirklich phänomenal organisiert." Auch der Föhrer Stefan Peetz ist glücklich darüber, dass auf der Insel endlich wieder solche Veranstaltungen möglich sind: "Sowas hat uns gefehlt, es gibt wenige Veranstaltungen dieses Jahr und wir freuen uns einfach, dass das Open-Air stattfindet, auch in so einem kleinen Rahmen. Einfach klasse!"

Festival-Organisation mit wenig Vorlauf

Mit nur einem knappen Monat Vorlauf haben der stellvertretende Hoteldirektor Patrick Lüders und sein Team das Südstrand Open-Air auf die Beine gestellt. "Wir haben wirklich lange überlegt, ob das mit den Corona-Auflagen so funktionieren kann - und uns am Ende dann doch dafür entschieden." Lüders hat dafür eng mit den Behörden zusammengearbeitet und ein Hygienekonzept erstellt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr mussten allerdings deutliche Abstriche gemacht werden. Im Sommer 2019 hatte das Südstrand Open-Air etwa 1.500 Besuchern - pro Tag. Trotz der nur 150 erlaubten Gäste für jedes Konzert in diesem Jahr, ist die Konzertreihe für die Organisatoren ein Erfolg. Am Sonntag endet das Open-Air mit einem Auftritt von Thees Uhlmann.

Positiver Nebeneffekt für kleine Festivals

Frida Gold, Glasperlenspiel und Thees Uhlmann sind hochkarätige Musiker, die unter "normalen" Bedingungen wohl nicht auf dem Südstrand Open-Air aufgetreten wären. "Das Management der Künstler ist für uns preislich etwas runtergegangen, sonst hätten wir uns das nicht leisten können", sagt Patrick Lüders. So hat Corona vielleicht einen positiven Nebeneffekt - zumindest für die vielen kleinen Festivals im Land, die nun mit großen Namen aufwarten können.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 21.08.2020 | 19:30 Uhr

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