Stand: 14.09.2018 05:00 Uhr

"Partnerschaft mit China ist für SH wichtig"

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Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) reist nach China.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) besucht China: Das Reich der Mitte ist ein wichtiger Handelspartner des Landes. Eine große Wirtschaftsdelegation begleitet den Regierungschef deshalb auf seiner siebentägigen Reise. Günther geht es vor allem darum, die Kooperation mit der Partnerregion Zhejiang auszubauen. Auf die Reise hat sich der Regierungschef intensiv vorbereitet - auch bei den Themen Essen und Gebräuche.

Herr Ministerpräsident, welche Bedeutung hat diese Reise für Sie?

Daniel Günther: Diese Reise hat eine richtig hohe Bedeutung für uns. Die Zusammenarbeit mit China ist in den letzten Jahren erheblich angewachsen. China ist mittlerweile außerhalb von Europa der zweitwichtigste Handelspartner für uns in Schleswig-Holstein. Uns geht es eben darum, diese Beziehung zu festigen und auch im Wissenschaftsbereich neue Impulse zu setzen. Und deswegen freue ich mich auf die sieben Tage China.

Also wirklich eine wichtige Partnerschaft?

Günther: Das ist eine wichtige Partnerschaft für uns in Schleswig-Holstein und das wollen wir eben damit deutlich machen. Deswegen ist es für mich auch klar gewesen, dass mich meine erste weite Reise, die ich als Ministerpräsident mache, nach China führt. Und ich glaube, dass dieses Zeichen dort auch so gesehen wird.

Schleswig Holstein und die chinesische Provinz sind ziemlich unterschiedlich, gleichwohl funktioniert diese Partnerschaft seit mehr als drei Jahrzehnten. Woran liegt das?

Günther: Ich glaube, das liegt einfach daran, dass wir diese Kontakte wirklich regelmäßig gepflegt haben. Dass wir wirklich sehr konkrete Projekte durchgesetzt haben und dass wir dort auch vertreten sind. Das Firmen aus Schleswig-Holstein dauerhaft vertreten sind und dass wir das unterfüttert haben durch Hochschulpartnerschaften und sich viele Menschen aus Schleswig- Holstein auch persönlich dafür engagiert haben. Natürlich sind Schleswig-Holstein und China insgesamt ja völlig unterschiedlich. Allein schon die Größenordnung. In Zhejiang leben viel mehr Menschen. Und das macht sicherlich auch den Reiz der Region und dieser Reise aus, es selbst zu erleben, was dort für ein Potenzial ist.

Das ist das erste Mal, dass sie in Asien sind, wie bereitet man sich darauf vor?

Günther: Wir haben ein paar Vorbereitungstreffen gemacht. Man nennt das heute modern interkulturelles Training. Man bereitet sich wirklich auf andere Gebräuche vor. Wie isst man dort? Wie geht man miteinander um? Welche Themen darf man ansprechen? Was sind Tabuthemen, die man nicht anspricht. Das war schon wirklich eine professionelle Vorbereitung, die wir gemacht haben, damit ich mich da auch nicht blamiere.

Der Chinese isst auch sehr gerne und hat eine sehr umfangreiche Küche. Essen Sie gerne mit Stäbchen?

Günther: Ich esse auch gerne Chinesisch bei uns. Aber ich habe mir sagen lassen, das ist dort schon ein bisschen was anderes. Aber die Küche soll ganz hervorragend sein. Sicherlich auch manchmal ein bisschen ungewöhnlich. Aber da bin ich auch neugierig und offen. Mit Stäbchen essen habe ich im Vorfeld noch ein bisschen trainiert, damit auch nichts runterfällt. Auch da bin ich gut präpariert.

Also krüsch sind sie nicht beim Essen?

Günther: Ich bin nicht krüsch! Bisher war mein Credo immer, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Und die Grenze ist bei mir sehr weit. Mal gucken, ob sie irgendwann überreizt wird.

Worauf freuen Sie sich am meisten bei der Reise?

Günther: Wir haben ein so umfangreiches Programm mit unterschiedlichen Firmen, die wir besuchen, dass ich mich schwerlich festlegen würde, was das Reizvollste daran ist. Für mich ist eher das Reizvollste diese Größe überhaupt mal zu erleben und auch mal ein Gespür dafür zu bekommen, was wächst da eigentlich für eine Wirtschaftskraft in China. Die setzen sich ehrgeizigste Ziele auch für die nächsten Jahre und ich glaube, wir bekommen ein Gespür dafür, gegen welche Konkurrenz wir uns auch behaupten müssen. Denn bei aller Kooperation, die wir miteinander haben, ist es natürlich auch immer ein Wettbewerb der Region untereinander. Und das mal so live mitzuerleben, was kommt in den nächsten Jahrzehnten auf uns zu, das macht schon den großen Reiz auf dieser Reise aus.

Das Interview führte Stefan Böhnke, NDR 1 Welle Nord.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.09.2018 | 06:00 Uhr

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