Neben dem Landeswappen von Schleswig-Holstein befinden sich ein roter Stift und ein Wahlkreuz. © picture alliance Foto: Christian Ohde

Parteien in Schleswig-Holstein arbeiten Wahlergebnisse auf

Stand: 27.09.2021 20:29 Uhr

Nach der Bundestagswahl haben auch die Parteien in Schleswig-Holstein über die Ergebnisse beraten. Während die einen Ursachensuche betreiben, blicken die anderen bereits auf die nächste Wahl.

Bei der CDU in Schleswig-Holstein war am Montag Wundenlecken angesagt. Im Norden war das Ergebnis der CDU sogar noch schlechter als auf Bundesebene. Entsprechend lang waren die Gesichter bei der Vorstandssitzung in Kiel. Die Entscheidung, Armin Laschet als Unions-Kanzlerkandidat aufzustellen, hielt Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein nach wie vor für richtig. Auch wenn er findet: Niemand könne ernsthaft vertreten, dass er ein Zugpferd gewesen sei. CDU-Spitzenkandidat Johann Wadephul wurde deutlicher: "Viele haben uns den Kanzlerkandidaten übel genommen", sagte er NDR Schleswig-Holstein. SPD und Grüne haben laut Günther hinter ihren Kandidaten gestanden. Die Union aber habe in der Öffentlichkeit nicht immer Geschlossenheit gezeigt. Günther sprach von "Macho-Gehabe", das nicht unbedingt weiter geholfen habe. Und er betonte: Damit meine er nicht Armin Laschet.

SPD spürt Rückenwind für die Landtagswahl 2022

Schleswig-Holsteins SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli wertet den Ausgang der Bundestagswahl als Rückenwind für die Landtagswahl am 8. Mai nächsten Jahres. "Wir starten von der Pole-Position hier in Schleswig-Holstein", sagte Midyatli am Montagabend am Rande von Beratungen ihrer Partei in Rendsburg. "Das Ergebnis bestätigt auch unsere Annahme, dass Schleswig-Holstein kein konservatives Land ist." Die SPD ging in Schleswig-Holstein mit 28 Prozent klar als stärkste Kraft aus der Bundestagswahl hervor. Die mit Grünen und FDP regierende Union kam nur auf 22 Prozent. Die CDU hat in Schleswig-Holstein noch schlechter abgeschnitten als im Bund. "Wir merken schon, dass Jamaika fertig hat. Sie haben keine gemeinsamen Ziele und Projekte mehr."

Ampel oder Jamaika - Wo geht die Reise hin?

Auch FDP und Grüne in Schleswig-Holstein haben am Montag damit begonnen, das Wahlergebnis aufzuarbeiten. Im Bund wird an den Parteien vermutlich kein Weg vorbei gehen. Die Frage ist nur, wird es ein Jamaika-Bündnis oder eine Ampel-Regierung. Die Grünen in Schleswig Holstein gehen in Anbetracht des Wahlergebnisses davon aus, dass es eine Ampel wird, stellte Steffen Regis klar - Landeschef der Grünen in Schleswig-Holstein. Aber er schließe auch nichts aus, es gehe vor allem um Inhalte. Eine Regierung, die sich um den Klimaschutz kümmere sei das Wichtigste.

Garg: Keine Liste mit Unterschieden erstellen

FDP-Landeschef Heiner Garg machte keinen Hehl daraus, dass ihm Jamaika am liebsten wäre, er sagte aber auch: "Man muss realistisch bleiben: Ich sehe, wie sich die Union in Berlin aufführt. Das ist nicht die solideste Ausgangslage für die Union. Und: die Sozialdemokraten haben die Wahl gewonnen." Dass sich Grüne und FDP in Berlin zunächst an einen Tisch setzen, finden beide Parteien in SH richtig. Garg betonte, nun gehe es darum, Gemeinsamkeiten zu finden und nicht lange Listen mit Unterschieden zu erstellen. Klar ist: eine Neuauflage der Große Koalition wollen weder die FDP noch die Grünen im Land.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.09.2021 | 19:30 Uhr

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