Stand: 23.11.2019 13:50 Uhr

Osteoporose: Neue Therapie am UKSH Kiel

Das Thema Osteoporose steht heute im Mittelpunkt eines Kongresses am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Das Netzwerk Osteoporose sucht sich immer den Standort aus, an dem es besondere Innovationen zum Thema Osteoporose gibt. Eine dieser besonderen Innovationen am UKSH ist eine neue Behandlungsmethode, die deutschlandweit einmalig ist.

Dem ersten Knochenbruch folgen meist weitere

Eine Hang zeigt auf eine Röntgenaufnahme eines Hüftgelenks, das eine Fraktur links aufweist. © NDR
Bei Patienten mit Osteoporose steigt nach dem ersten Bruch die Gefahr von Folgebrüchen.

Entwickelt wurde sie von Michael Müller, leitender Oberarzt in der Unfallchirurgie. Er suchte mehrere Jahre lang nach einer Lösung für Osteoporose-Patienten. "Wir wissen, dass die Gefahr von Folgebrüchen nach dem ersten Bruch aufgrund von Osteoporose steigt. 20 Prozent der Patienten sterben im ersten Jahr nach der Operation." Was gefährlich ist, so sagen Experten, weil die Betroffenen Ängste entwickeln und sich immer weniger bewegen. Dadurch baut ihr Körper noch mehr ab, die Knochen werden immer poröser und brechen noch schneller. Das will Müller verhindern - mit der neuen Behandlungsmethode aus den USA.

Calcium-Zementgemisch hilft, den Knochen zu heilen

Zuerst werden die porösen Knochenteile minimalinvasiv entfernt. Der entstandene Hohlraum im Knochen wird anschließend mit einem Calcium-Zementgemisch aufgefüllt. Das stimuliert das Knochenwachstum. Müller erklärt stolz: "Schon nach sechs Monaten hat sich das Zementgemisch vollständig aufgelöst und wurde mit gesundem Knochen aufgefüllt. Nach sechs Jahren, so beweisen es Röntgenbilder, ist der ehemals kranke Bereich verfestigt - mit neuem gesunden Knochen." Müller will diese Methode bei Risikopatienten prophylaktisch anwenden - noch vor dem ersten Bruch, damit ein leichter Sturz keine schweren Konsequenzen mehr hat.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.11.2019 | 19:30 Uhr

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