Stand: 19.05.2017 12:05 Uhr

Nichts mehr zu tun bei Senvion

Heute ist das letzte Bauteil vom Band gerollt: Die Produktion des Windanlagenherstellers Senvion in Husum wurde heute eingestellt. Die Mitarbeiter stellen sich die Frage, wie es nun weitergeht. Für sie ist es eine schwer erträgliche Situation. Obwohl die Bänder stillstehen, sind die Mitarbeiter nicht freigestellt - und sollen am Montag im Werk erscheinen. "Wir haben keine Informationen. Man weiß nicht, wie es weitergeht. Meine Familie hilft - und auch Freunde. Wenn ich drüber reden will, kann ich das. Das ist ja auch eine nervliche Belastung", sagt Stefan Freese, der als Servicemitarbeiter seit 15 Jahren in Husum arbeitet. Deutschlandweit will die Unternehmensleitung mehrere Hundert Stellen streichen. Politik, Gewerkschaft und Betriebsrat setzen sich in Husum für einen Alternativplan ein.

Gewerkschaft hofft auf Alternativplan

Der neue Plan sieht vor, dass in Husum künftig repariert und nicht produziert werden soll. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) besuchte am letzten Arbeitstag das Werk und sprach mit Mitarbeitern, dem Husumer Bürgermeister Uwe Schmitz (parteilos) und der Gewerkschaft. Im Gespräch mit der Geschäftsführung will sich Meyer für den Alternativplan einsetzen. Doch einen konkreten Plan für die nächsten Tage gibt es nicht.

Unternehmen setzt auf Einsparungen

Der Windanlagenhersteller machte im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht 65 Millionen Euro Verlust. Deswegen sollen in ganz Schleswig-Holstein etwa 150 Stellen abgebaut werden. "Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4.100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten", sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger. Auch die Standorte in Büdelsdorf und Osterrönfeld (beide Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind betroffen. Laut einem Senvion-Sprecher fallen in Osterrönfeld etwa 50 Arbeitsplätze weg.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.05.2017 | 12:00 Uhr

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