Stand: 02.01.2020 14:54 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Neumünsteraner Modell: Beim Sterben begleiten

Wenn ein Mensch unheilbar krank ist, dann kann ein Hospiz die richtige Einrichtung für diesen letzten Lebensabschnitt sein. Ziel dieser Pflegeeinrichtung ist, dass der Sterbende bis zum Ende ein so angenehmes Leben wie möglich führen kann. In Neumünster gibt es kein Hospiz - aus Kostengründen. Dafür gibt es dort etwas anderes: Das Neumünsteraner Modell bietet ein Netzwerk aus Ärzten, Pflegeeinrichtungen und ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern.

Kein Hospiz, aber ein Netzwerk

Das Netzwerk soll die Versorgung von todkranken Menschen verbessern, aber auch das Pflegepersonal sowie die Angehörigen entlasten. Sieben Pflegeheime beteiligen sich inzwischen an dem Projekt. "Wir brauchen die Hospizinitiative, weil Pflege einfach nicht die Zeit hat", sagt Jürgen Büstrin, Geschäftsführer des Seniorenheims Haus Berlin.

Im Fokus stehe dabei der Austausch aller Beteiligten zum Umgang mit dem Thema Tod. "Wir wollen die Sterbekultur in einem Alten- oder Pflegeheim deutlich verbessern", betont auch Günther Humpe-Waßmuth, Vorsitzender der Hospizinitiative Neumünster. Eine enge Kooperation mit dem Ehrenamt sei dabei gewünscht. Es solle auf keinen Fall als Konkurrenz empfunden werden.

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Sterbende erhalten in Neumünster Unterstützung durch ein Netzwerk von Ehrenamtlichen, Pflegeeinrichtungen und Ärtzen.
Was beinhaltet das Neumünsteraner Modell?

Im Pflegeheim Haus Berlin arbeiten beispielsweise ehrenamtlich zwei Hospizpatinnen. Sie sind gleichermaßen für die Bewohner und das Pflegepersonal zuständig, führen regelmäßig Gespräche. Die Pflegekräfte bekommen extra Fortbildungen von Fachärzten am örtlichen Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK), damit sie wissen, was wann wirklich wichtig ist für ihre Patienten.

Das Neumünsteraner Modell als Vorreiter

Land und Stadt fördern das Projekt mit 140.000 Euro für drei Jahre. Eine Ärztin begleitet es wissenschaftlich, um zu dokumentieren, wie es funktioniert. Denn das Neumünsteraner Modell soll ein Vorreiter sein in der Hospiz- und Palliativarbeit, andere Städte und Gemeinden sollen es in Zukunft übernehmen. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse sollen Ende des Jahres vorliegen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.01.2020 | 19:30 Uhr

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