Stand: 27.02.2020 20:48 Uhr

Neuer Wolf an der Westküste unterwegs?

Ein Wolf im Wald in schwarz-weiß von einer Wildkamera fotografiert.
Eine Wildkamera in einem Wald bei Schafstedt in Dithmarschen nahm in der Nacht zum Donnerstag dieses Bild eines Wolfes auf.

Die Schäfer an der Westküste hatten fast zwei Monate lang Ruhe vor Angriffen auf ihre Herden. Nach Angaben des Umweltministeriums in Kiel wurden zuletzt Ende Dezember vergangenen Jahres Schafe von einem Wolf gerissen. In diesem Jahr gab es in der Region noch keine bestätigten Risse. Seit ein paar Tagen häufen sich jedoch die Meldungen an die Wolfsbetreuer des Landes. In Dithmarschen wurden Mittwoch und Donnerstag mehrere Schafe gerissen. In Schafstedt sind dabei zwei Tiere verendet, in Bunsoh fünf Lämmer. Schafhalter befürchten, dass erneut ein Wolf an der Westküste unterwegs ist. Darauf deuten auch Sichtungen, Fotos einer Wildkamera und Pfotenabdrücke hin. Die Ergebnisse von Gentests stehen allerdings noch aus.

Schafe an den Nasen schwer verletzt

Jens Matzen, der Koordinator der Wolfsbetreuer im Land, sagte NDR Schleswig-Holstein, die Verletzungen der Tiere - hauptsächlich an den Nasen - seien ungewöhnlich. Sie könnten auf einen jungen, noch unerfahrenen Wolf hindeuten. Am vergangenen Wochenende wurde bereits in Nordfriesland nahe der Grenze zu Dänemark ein Schaf gerissen. Theoretisch könnte ein Wolf die Strecke seitdem problemlos zurückgelegt haben.

Andere Wölfe abgewandert oder tot

Ende vergangenen Jahres hatte der Wolf mit der genetischen Kennung GW1430m in Dithmarschen zahlreiche Schafe gerissen. Gentests hatten gezeigt, dass das Tier rund um den Jahreswechsel nach Dänemark abgewandert war. Der sogenannte Problemwolf mit der ID GW924m, der vor allem in Steinburg und Pinneberg Dutzende Schafe gerissen hatte, wurde Anfang Januar tot in Niedersachsen gefunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.02.2020 | 18:00 Uhr

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