Stand: 06.03.2020 20:17 Uhr

Neuer Wolf an der Westküste bestätigt

Ein Wolf im Wald in schwarz-weiß von einer Wildkamera fotografiert.
Eine Wildkamera in einem Wald bei Schafstedt hat vermutlich den Wolf GW1468m aufgenommen.

An der Westküste Schleswig-Holsteins gibt es einen neuen Wolf. DNA-Untersuchungen im Auftrag des Umweltministeriums haben ergeben, dass der Wolf mit der Kennung GW1468m für mindestens drei Angriffe auf Schafherden in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen verantwortlich ist. Das bestätigte ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein. Bei Rissen Ende Februar in Emmelsbüll-Horsbüll, Schafstedt und in Hopen bei St. Michaelisdonn hatte der Wolf zum Teil die Nasen der Schafe abgebissen. Jens Matzen, der Koordinator der Wolfsbetreuer im Land, hatte die Verletzungen der Tiere als sehr ungewöhnlich bezeichnet. Die Herden waren nach Angaben des Umweltministeriums allerdings nicht durch spezielle Elektro-Zäune geschützt.

Jungtier wanderte aus Dänemark ein

Die Forscher konnten die an der Westküste genommenen DNA-Proben einem Jungtier aus Dänemark zuordnen. GW1468m wurde nach Angaben dänischer Wissenschaftler vor etwa einem Jahr in der Nähe von Holstebro geboren. Das Tier hielt sich nach ihren Angaben mindestens bis zum 25. Januar in Dänemark auf. Bei der Geburt hatte der Wolf nach Angaben dänischer Forscher sechs Geschwister.

Aus dem ersten Wurf eines dänischen Rudels vor zwei Jahren mindestens fünf der acht Jungtiere nach Schleswig-Holstein gewandert. Darunter war auch der sogenannte Problemwolf GW924m, den das Umweltministerium zum Abschuss freigegeben hatte. Die Fähe GW930f hatte ebenfalls in Dithmarschen mehrere Schafe gerissen. Das Tier wanderte aber zurück nach Dänemark. GW930f ist nach Angaben dänischer Forscher die Mutter von GW1468m.

Andere Wölfe abgewandert oder tot

Ende vergangenen Jahres hatte der Wolf mit der genetischen Kennung GW1430m in Dithmarschen zahlreiche Schafe gerissen. Gentests hatten gezeigt, dass das Tier rund um den Jahreswechsel nach Dänemark abgewandert war. Der sogenannte Problemwolf mit der ID GW924m, der vor allem in Steinburg und Pinneberg Dutzende Schafe gerissen hatte, wurde Anfang Januar tot in Niedersachsen gefunden.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.02.2020 | 20:00 Uhr

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